Fake – Bewertungen im Internet erkennen


2. März 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Wissenswertes


Bewertungen im Internet, hier wird oft getrickst
Eine Bewertung ist das A und O im Internet. Unabhängig davon, ob es sich um ein Produkt oder eine Dienstleistung handelt. Eine positive Bewertung kann dem Angebot einen richtigen Schub geben und die Umsatzzahlen verbessern. Nur leider gibt es viele gefälschte Bewertungen.

Eine Bewertung zu verkaufen ist erst einmal kein Problem, so lange Nutzer das Produkt auch wirklich kennen. Nur leider lag genau da das Problem. Die Nutzer hatten keine Ahnung von dem Produkt und haben dennoch Bewertungen abgeben wollen.

Viele Branchen sind auf die Bewertungen ihrer Kunden angewiesen

Daraufhin ging Amazon rechtlich gegen die Anbieter der Bewertungen vor. Schließlich steht die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel und letztlich kann dieser Fall das Image von Amazon sehr negativ beeinflussen. Aber nicht nur Amazon ist davon betroffen. Es geht zum Beispiel auch um den Delikatessen Laden in der Fußgängerzone oder die Näherei, die sich ausschließlich auf ökologisch hergestellte Kleidung fokussiert und zum Beispiel einen Account bei Yelp hat. Mit anderen Worten: Viele Geschäfte sind von gefälschten Erfahrungsberichten betroffen. Nun ist es denkbar die Bewertungsfunktion einfach abzustellen. Das führt aber zu noch mehr Misstrauen bei den Kunden. Denn mittlerweile sind sie es gewohnt Bewertungen einzusehen und abzugeben. Wenn sich ein Geschäft weigert, könnte das zu Misstrauen führen und zu der Frage, ob das Geschäft nicht sogar etwas zu verbergen hat oder kritische Kunden keine Möglichkeit geben möchte sich zu äußern. Was auch immer die Folge von einer eingeschränkten Bewertungsfunktion ist, im Jahr 2016 können es sich Geschäfte kaum leisten auf die Bewertungen von Kunden zu verzichten.

In welchem Zeitraum wurden die Bewertungen verfasst?

Diesen Umstand wollen sich Firmen zunutze machen. Darum werden oft gefälschte Erfahrungsberichte gekauft. Doch woran erkennen Webseiten Betreiber eigentlich die gefälschten Erfahrungsberichte? Zunächst sind gefälschte Erfahrungsberichte daran zu erkennen, dass sie innerhalb kürzester Zeit auftauchen. Vielleicht gibt es das Produkt erst seit ein paar Tagen, aber bereits nach einem Tag haben 50 Personen eine Bewertung verfasst. Das wirkt nicht besonders organisch und sollte als ein erstes Alarmsignal aufgefasst werden. Natürlicher ist es, wenn die Bewertungen vereinzelt und an verschiedenen Tagen verfasst werden und nicht viele Erfahrungsberichte innerhalb kürzester Zeit. Verdächtig sind auch Formulierungen, die viele Superlative beinhalten oder einfach zu gut klingen, um wahr zu sein. Ebenfalls beliebt ist ein Ungleichgewicht, welches zum Beispiel fünf positive Punkte und einen negativen Punkt zeigt.

Sogar bei den negativen Aspekten wird getrickst

Selbst wenn negative Aspekte in den Erfahrungsberichten vorhanden sind, lohnt es sich auch hier näher hinzusehen. Denn oft können die negativen Aspekte schnell in einen positiven Punkt umgemünzt werden. Stellen Sie sich vor Sie kaufen einen Kühlschrank mit der Energieeffizienzklasse A++. Das klingt erst mal ganz gut, schließlich ist das die zweitbeste Energieeffizienzklasse. Wenn der negative Aspekt dann lautet: Gerät hat leider nur die Energieeffizienz A++, dann sollten sofort die Alarmglocken angehen, denn hier wird versucht einen positiven Aspekt als einen negativen Aspekt zu tarnen, um so die Glaubwürdigkeit der Bewertung zu verbessern. Hinzu kommt, dass diese gefälschten Erfahrungsberichte oft ohne viel Mühe verfasst werden. Sie beinhalten oft dieselben Formulierungen oder dieselben Wörter. Letztlich stehen sie den ehrlichen Erfahrungsberichten gegenüber, die sie widerlegen. Es geht also um eine Vielzahl von Aspekten, die die Glaubwürdigkeit von einem Erfahrungsbericht verschlechtern können.

Wie können Webseitenbetreiber diese gefälschten Erfahrungsberichte entlarven?

Zunächst einmal sollte die umgekehrte Bildersuche genutzt werden. Dabei wird das Profil Foto des Verfassers bei Google gesucht, um zu überprüfen, ob das Profil Foto nicht einer anderen Person gehört. Einige Profil Fotos sind auch so schlecht, dass sie normalerweise nicht hochgeladen werden würden. Das liegt daran, dass Fälscher versuchen über eine veränderte Auflösung die Google Crawler zu täuschen und vorzugeben, dass das Bild einzigartig ist. Auf der anderen Seite gibt es Profil Fotos, die zu gut aussehen und Misstrauen hervorrufen sollten. Folglich sollten Profilfotos immer bei Google überprüft werden.

Darüber hinaus kann natürlich auch ein Teil der Bewertung gegoogeld werden. Wenn dieselbe oder eine ähnliche Bewertung auf einer anderen Internetseite auftaucht, ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass die Bewertung wohl möglich gefälscht ist. Letztlich kann auch die E-Mail Adresse des Verfassers gegoogeld werden, um nachzusehen, ob sie nicht auch bei vielen anderen Bewertungsportalen genutzt wird, um vielleicht sogar eine gefälschte negative Bewertung abzugeben.

Gefälschte negative Erfahrungsberichte sind keine Seltenheit

Auch das kommt vor, denn zögerliche Kunden werden von den Bewertungen stark beeinflusst und können dann bei einer gefälschten negativen Bewertung umschwenken und ein anderes Produkt kaufen. Es kann aber auch sein, dass das Image von einem Produkt schlechter werden soll, bevor das neue Produkt auf dem Markt ist. Denn wenn das Image von Produkt A schlecht ist, aber bald Produkt B auf den Markt kommt, dann sehnen sich Kunden sowieso schon nach einer Alternative und entscheiden sich dann wahrscheinlich für Produkt B.

Spiegeln Sie das Profilfoto und suchen Sie es dann noch mal in der umgekehrten Bildersuche

Gefälschte Erfahrungsberichte gibt es im Internet leider häufig und sind für Kunden als auch Seitenbetreiber sehr ärgerlich. Sie können aber entlarvt werden. Ähnliche Formulierungen oder eine unnatürlich hohe Zahl positiver Erfahrungsberichte sollten für Misstrauen sorgen, genauso wie vage Formulierungen die genug Projektionsfläche für positive Eigenschaften bieten.
Beliebt sind auch Formulierungen, die Verwandten oder Partner mit einschließen. Diese Formulierungen sollen der Bewertung eine bessere Glaubwürdigkeit geben.
Dasselbe Ziel hat auch ein Profil Foto, welches sich bei einer umgekehrten Bildersuche aber oft als Fake erweist oder von einer anderen Person bereits genutzt wird. Ein kleiner Tipp für Webseitenbetreiber am Ende: Spiegeln Sie das Profil Foto und suchen es dann nochmal in der umgekehrten Bildersuche. Oft finden sie dann die Person, die eigentlich auf dem Foto abgebildet wurde.
Bildquelle: bigstock-ID-111069908-Jakub_Jirsak