Bitcoins – Die sichere Währung?!


20. Februar 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Wissenswertes


Die Bitcoins – eine digitale Währung mit Aufschwung (Quelle: Bigstock-ID-61529306-by-Tsokur Julia)

Student Kristoffer Koch wurde über die Cyber-Währung „Bitcoin“ reich, so haben Tageszeitungen und Fernsehsender berichtet. Die Meldung ging 2013 um die Welt. Der junge Mann hatte 20 Euro in das System Bitcoin investiert und dafür 5000 Bitcoins erhalten, deren Wert 2013 bei etwa 500 000 Euro lag. Der Wechselkurs der elektronischen „Münzen“ wird täglich neu errechnet und kann enormen Schwankungen unterliegen – Schwankungen, von denen Koch profitierte. Im Internet ist Bitcoin längst legitimes Zahlungsmittel und sogar in der echten Welt lässt sich in einigen Läden mittlerweile damit bezahlen. Letztlich ist eine Bitcoin ein Zahlungs- und Handelsmittel fernab von Münzen und Scheinen, das über „vires in numeris“, soll heißen: „Stärke durch Zahlen“, funktioniert. Die Einheiten der Cyber-Währung bestehen aus genau berechneten Datenblöcken. Um an das virtuelle Geld zu gelangen, kauft man die Währung mit herkömmlichem Geld an einer Bitcoin-Börse oder man verkauft etwas über das Internet und lässt die Cyber-Währung als Zahlungsmittel zu. Aber Moment mal: Wofür soll das eigentlich gut sein? Was hat es mit dem Zahlungsmittel auf sich, das Kristoffer Koch reich gemacht hat? 

Der Wer der Bitcoin hängt von Angebot und Nachfrage ab

  • Überall auf der Welt verfügbar
  • dezentral
  • virtuell

Das sind die wichtigsten Eigenschaften von Bitcoins, einer virtuellen Geldeinheit in einem gleichnamigen Zahlungssystem, das zunächst vor allem für anonyme, internationale Überweisungen gedacht war. Die Geldeinheit entspricht freiem Geld, das von niemandem hergestellt wird und damit ebenso wenig von Institutionen abhängig ist oder von außen kontrolliert wird. Anders als bei zentral verwalteten Währungen, kann der Wert von Bitcoins so keine künstlichen Verfälschungen erfahren, was als einer der größten Vorteile der Idee gilt.

Das Zahlungssystem hinter Bitcoin

Das zugehörige Zahlungssystem, in dem die Geldeinheiten bis hin zu einem Limit von 21 Millionen geschöpft werden, verspricht durch Anonymität und extreme Verschlüsselung in bislang unerreichter Höhe Datensicherheit und Privatsphäre für seine Nutzer. „Geschürft“ werden die Geldeinheiten vom Computer selbst über die Formel:

  • (6 * 50 Bitcoins/Stunde)*(eigene CPU-Geschwindigkeit / Summe der totalen CPU-Geschwindigkeit des Netzwerks)

Die Generierung von neuen Einheiten kostet einen konventionellen Computer so mehrere Monate. Da das Bitcoin-Netz aber aus mehreren Rechnern im Zusammenschluss besteht, lässt sich der Zeitaufwand für die Produktion der Währungseinheiten aber auf ein Minimum reduzieren und Teilnehmer, die sich an der Schürfung beteiligen, erhalten dafür eine Entlohnung. Durch die Limitierung auf höchstens 21 Millionen der virtuellen Einheiten im Gesamtsystem weist eine Bitcoin Eigenschaften auf, die sich mit Edelmetallen vergleichen lassen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Marktwert der digitalen Geldeinheit, wobei die Datenblöcke anders als Echtwährung absolut fälschungssicher sind.

Kryptografische Datenblöcke als Währung im Peer-to-Peer-Netzwerk

Eine Peer-to-Peer-Anwendung sorgt dafür, dass Kunden ihre Überweisungen mithilfe des Systems durch ein Rechnernetzwerk über das Internet abwickeln können, solange die Gegenpartei die Währung akzeptiert. Das System prüft vor einer Transaktion automatisch und in Sekundenschnelle die Systemadresse der Gegenpartei und transferiert den gewünschten Betrag. Das hört sich erst mal nicht viel anders an als zum Beispiel PayPal, ist es aber. Vom konventionellen Bankverkehr unterscheidet sich diese Abwicklung schon über das Faktum, dass keine zentrale Stelle erforderlich ist und Anonymität auf die Spitze getrieben wird. Das Netzwerk des Bitcoin-Systems hat seine Basis in einer dezentralen Datenbank, der Block-Chain, die sämtliche Transaktionen speichert und sich über das Netzwerk laufend aktualisiert. Alle Teilnehmer verwalten die Datenbank selbst. Diese Verwaltung geschieht über die Bitcoin-Core-Software oder gleichwertige Online-Dienste für mobile Geräte. Das System lässt sich über die Grenzen von Ländern hinweg einsetzen und erfordert lediglich eine Internetverbindung. Jeder Teilnehmer hat sein digitales Guthaben als Bitcoin-Datenblöcke hinterlegt. Damit nur der rechtmäßige Besitzer der jeweiligen Biticoins Transaktionen abwickeln kann, sorgen kryptografische Techniken dafür, dass die einzelnen Geldeinheiten nur einfach ausgegeben werden. Bitcoins laufen wegen der Verschlüsselungstechniken auch unter dem Namen Kryptowährung oder Kryptogeld. „Währung“ ist letztlich aber eine missverständliche Bezeichnung für die Einheiten, da als Währung offiziell lediglich solche Zahlungsmittel gelten, die staatlich ausgegeben werden.

Satoshi Nakamoto hat 2008 die Idee zum Bitcoin-System

Das System Bitcoin ist laut eines Whitepaper aus dem Jahr 2008 auf Satoshi Nakamoto zurückzuführen. Ob dieser Name ein echter Name, ein Pseudonym oder eine Gruppenbezeichnung ist, bleibt bis heute im Dunkeln. Satoshi Nakamoto, wer auch immer das ist, schlug die Idee über das Whitepaper auf einer Mailingliste zu Kryptographie vor. Ähnliche Ideen hatten zuvor schon Menschen wie Wei Dai, der seine b-money nannte oder Nick Szabo, der von „bit gold“ sprach. Satoshi Nakamoto bezeichnete die Angewiesenheit auf Mittelsmänner als großes Problem normaler Währungseinheiten. Mit diesen Mittelsmännern, so beispielsweise der Bank, seien weder Geld, noch Privatsphäre des Einzelnen sicher verwahrt. Sobald ein Mittelsmann im Spiel sei, sei der Einzelne auf dessen Wohlwollen und seine Urteilskraft angewiesen. Der Mittelsmann, oder die dritte Partei, könne jederzeit die Ansprüche des einen höher einschätzen, als die eines anderen und die Ansprüche des anderen so dem ersteren und dessen Ansprüchen zuliebe verkaufen. Satoshi Nakamoto erinnerte in dieser Hinsicht an Time-Sharing-Computersysteme, die anfangs ein ähnliches Maß an Vertrauen zu Mittelinstanzen voraussetzten, weil Nutzer sich zunächst auf den Systemadministrator verlassen mussten, der ihren Passwortschutz gewährleisten sollte. Wenn der Administrator aber mit Belangen konfrontiert war, die den Einschätzungen seiner Vorgesetzten gemäß wichtiger waren, als der Passwortschutz einer Person, konnte er den Passwortschutzanspruch jederzeit binnen Sekunden aufheben. Erst mit der Fortentwicklung der Verschlüsselungstechnik war es Usern möglich, sämtliche Daten so zu verschlüsseln, dass niemand mehr darauf zugreifen konnte. Satoshi Nakamoto wollte – diese Entwicklung im Time-Sharing-Computersystem zum Vorbild – das Vertrauen zu Mittelsmännern, wie Menschen es noch immer zu Banken haben müssen, durch einen kryptografischen Beweis ablösen. Im Jahr 2009, also ein Jahr nach dem so versprechenden Whitepaper, erscheint zu genau diesem Zweck Biticoin als quelloffene Software. Anfang des Jahres war das Netzwerk bereits mit 50 Bitcoins in Betrieb gegangen. Die Referenzsoftware für das Netzwerk veröffentliche Satoshi Nakamoto über dieselbe Mailingliste, über die er ein Jahr zuvor seine hoch greifenden Pläne zur Kryptografie angekündigt hatte. Die erste Version des Netzwerks war in C++ geschrieben und arbeitete unter anderem mit:

  • wxWidgets
  • OpenSSL
  • Berkeley DB
  • Boost

Satoshi Nakamoto fand schnell Unterstützung von Kollegen. Finne Martti Malmi lud die Bitcoin Core-Software später des Jahres beispielsweise auf GNU/Linux aus und auch andere Entwickler brachten sich ein. 2010 übergab Satoshi Nakamoto die Idee schließlich vollständig in fremde Hände.

Die Anonymität innerhalb der Block-Chain

Das Herzstück des Zahlungssystems Bitcoin, die Block-Chain, ist als Peer-to-Peer-Netzwerk aufgebaut und mit allen teilnehmenden Rechnern über das Bitcoin-Core-Programm vernetzt. Alle Zahlungen erfolgen an pseudonyme Adressen, die keinerlei Informationen über den Teilnehmer enthalten. Der Gegenüber ist mit dem Zahlungsvorgang also nicht identifiziert, was für Teilnehmer ein großer Vorteil, aber auch ein großer Nachteil sein kann. Kriminelle Elemente profitieren nämlich häufig von solcherlei anonymen Eigenschaften. Die Anonymität im Bitcoin-System, gewährleistet allerdings keine generelle Unidentifizierbarkeit, denn jede Transaktion wird öffentlich festgehalten und über Zuordnungsdokumente der Bitcoinadressen lässt sich der Gegenüber prinzipiell durchaus ausmachen. Das gewährleistet trotz des hohen Schutzes von Privatsphäre eine volle Nachvollziehbarkeit und Verfolgbarkeit im Schadensfall. Bitcoin-Transaktionen sind ab der Bestätigung durch das System allerdings nicht mehr widerruflich. Die Netzwerkbestätigung findet innerhalb von zehn Minuten bis hin zu einer Stunde statt und besiegelt die Übertragung. Diese Zeit entspricht der Zeitspanne, die die Erstellung eines neuen Datenblocks in Anspruch nimmt.

Die Bitcoin-Überweisung

Die Irreversibilität von Überweisungen liegt zum einen am Fehlen einer zentralen Stelle, die bei Überweisungsfehlern Rückbuchungen vornehmen könnte. Zum anderen ist die Anonymität ein Grund für die Irreversibilität. Hat ein Teilnehmer falsch überwiesen, kann er aufgrund der Anonymität nämlich keinen Kontakt zu demjenigen aufnehmen, der aus Versehen das Geld erhalten hat. Er ist damit vollständig vom Wohlwollen des Überweisungsempfängers abhängig und erhält sein fälschlich überwiesenes Geld nur dann zurück, wenn dieser den Erhalt bemerkt und selbstständig eine Rücküberweisung in Auftrag gibt. Zumindest verhindert eine Prüfsumme, dass Einheiten an Adressen mit Tippfehlern überwiesen werden. Außerdem finden Zwischenstellen für Überweisungen Einsatz. Mindestens einer, für maximale Sicherheit lieber mehrere Überweisungsvermittler werden vor der Transaktion ausgewählt und segnen den Geldtransfer sozusagen als Zwischeninstanzen ab. Um Zahlungen durchzuführen, führt man an diese Vermittler je eine minimale Entlohnung ab. Kontoführungsgebühren fallen dafür nicht an. Grundsätzlich soll die Überweisungsgebühr verhindern, dass das Netzwerk durch viele Minimalüberweisungen überlastet wird. Noch mehr Sicherheit für Überweisungen bietet die Signatur, die mittlerweile vor allem bei geschäftsmäßiger Verwendung des Systems hohe Relevanz hat. Da jeder im Grunde unendliche Bitcoin-Konten haben kann und das Prinzip der Anonymität gilt, kann die Nachvollziehbarkeit der Empfängeradresse bei tatsächlichen Geschäftsüberweisungen für Nutzer aber hohe Priorität haben, um Rechnungsfälschungen und die Abrede von Zahlungseingängen auszuschließen. Darauf hat das System mit Software-Varianten reagiert, die über eine zusätzliche Funktion die Kontaktaufnahme per assymetrisch verschlüsselter Textnachrichtermöglicht. In diesen Textnachrichten können User die Signatur mit einer ihnen zugehöriger Adresse integrieren, die der Gegenpartei die Adressprüfung ermöglicht. Über die Software lässt sich für User dann herausfinden, ob die Adresse der Signatur mit den jeweiligen Systemdaten des Gegenüber übereinstimmt.

Die Bitcoin-Währung ist online überall verfügbar (Quelle: Bigstock-ID-65762584-by-aslysun)

Die Bitcoin-Währung ist online überall verfügbar (Quelle: Bigstock-ID-65762584-by-aslysun)

Geldtransfer von Wallet zu Wallet

Die Verwaltung der Geldeinheiten erfolgt im Netz dezentral durch alle Teilnehmer, die über die Software Zugang haben. Die einzelnen Teilnehmer finden ihre Geldeinheiten im sogenannten Wallet, das heißt einer virtuellen Brieftasche. In dieser Wallet-Datei sind die jeweils zufällig generierten kryptographischen Codes enthalten, die für Transaktionen erforderlich sind. Es gibt je einen persönlichen und einen öffentlichen Krypto-Schlüssel. Während der Transaktionen von Geldbeträgen findet keine Offenlegung der privaten Kryptoschlüssel statt, sondern der öffentliche Schlüssel dient dem Senden und Empfangen aller digitalen Einheiten. Der private Schlüssel autorisiert durch eine persönliche Signatur lediglich die Überweisung. Privater und öffentlicher Schlüssel zusammen wirken daher wie ein Bankkonto und jeder Teilnehmer kann theoretisch unendlich viele Bankkonten aus dem je zufällig generiertem Code-Paar erhalten. Letztlich transferieren die Teilnehmer einander bestimmte Bitcoin-Beträge elektronisch und weisen einander über Schlüssel den Besitz nach. Ist ein Betrag an Bitcoins transferiert, wird der öffentliche Code des überweisenden Teilnehmers mit dem öffentlichen Code des überweisungsempfangenden Teilnehmers ausgetauscht und der Betrag geht damit in dessen rechtmäßigen Besitz über. Der Wallet muss gegen Spyware und ähnliche Schadprogramme geschützt werden, damit die hohe Sicherheit gewährleistet bleibt, die das System verspricht. Extra Schutzsoftware sichert so die digitale Geldbörse und sorgt über Zwei-Faktor-Authentifizierung für die notwendige Sicherheit vor Spähern. Ausgespähte Schlüssel sind in jedem Fall klarer Diebstahl. Die Identifizierung des Angreifers gelingt in einem solchen Fall aber nur selten, was das Bitcoin-System in dieser Hinsicht nicht viel von Diebstahldelikten in der echten Welt unterscheidet. Mittlerweile gibt es für besseren Schutz auch die Variante Offline-Wallet, denn auf Papier ausgedruckt ist der private Schlüssel der Bitcoins nur noch dem rechtmäßigen Besitzer zugänglich. Wer offline jemand anderem seinen ausgedruckten Wallet übergibt, macht ihn übrigens automatisch zum neuen Eigentümer des darin befindlichen Guthabens. Auf diese Weise kann auch offline bit Bitcoins bezahlt werden.

Von Bitcoin zu Echtgeld

Teilnehmer können ihre Bitcoins auf speziellen Börsen in Echtgeld umtauschen. In Kanada gibt es sogar einen Geldautomaten, der diese Möglichkeit bietet. Wie viel Echtgeld der Teilnehmer je für eine Bitcoin erhält, hängt stark vom aktuellen Kurs ab, aber ein Tauschwert von um die 200 Euro pro Bitcoin ist keine Seltenheit. Trotzdem unterliegt der Kurs extremen Schwankungen, die alle Schwankungen des konventionellen Devisenmarktes weit überschreiten. Das liegt daran, dass keine verwaltende Institution Einsatz findet, die für Wertstabilität sorgen könnte. Das Bitcoin-System richtet sich aus diesen Gründen ausschließlich nach den reinen Gesetzen der Marktwirtschaft. Die mediale Aufmerksamkeit, die Zulassung von Bitcoins in mehr und mehr Geschäften, sowie Bank- und andere Finanzkrisen kommen dem Wert regelmäßig entgegen. Gerade Finanzkrisen bringen die Bevölkerung häufig dazu, Anlagemöglichkeiten für ihr gespartes Geld auszukundschaften, um die Summe sicher aufbewahren zu können, während konventionelle Währungen an Wert verliert. Kritiker gehen allerdings davon aus, würde sich Bitcoin als Zahlungsmittel in der echten Welt etablieren, so käme es binnen kürzester Zeit zu einer unvergleichlichen Inflation. Wegen der hohen Medienaufmerksamkeit und der Fortentwicklung sowie Verbreitung des Systems in den letzten Jahren, warnen sie außerdem vor einem Schneeballsystem. Online sind Glücksspiel und Cyber-Strip mittlerweile mit die häufigsten Sphären, für die Bitcoins Einsatz finden, da dem Kunden gerade bei Inanspruchnahme dieser und ähnlicher Leistungen die Anonymität wichtig ist. Im Jahr 2014 zeigt der OpenStreetMap-Datenbestand aber außerdem fast 5000 Orte wie Geschäfte und Hotels, Essensdienstleister und Reiseveranstalter, die Bitcoins akzeptieren. Expedia und mittlerweile auch WordPress sind zwei der größten und bekanntesten Unternehmen, die das Zahlungsmittel zulassen.

Auch die Politik mischt sich mit ein

Seit 2013 ist es unter Umständen sogar möglich, Autos und Häuser gegen Bitcoins zu erwerben und auch Spendenzahlungen werden seither häufig in der virtuellen Währung umgesetzt, so beispielsweise die Spendenaufforderungen im Zuge von WikiLeaks. Mit der steigenden Zahl an möglichen Bitcoin-Einsatzgebieten ist auch die Relevanz für die Versteuerung der virtuellen Geldeinheiten gestiegen. In Deutschland bezeichnete das Bundesfinanzministerium die Einheiten im Jahr 2013 als „privates Geld“ und Werteinheit, die sich mit Devisen vergleichen lasse. Von sämtlichen Bitcoin-Gewinnen aus privaten Veräußerungen sei somit die Einkommenssteuer abzuführen. Davon abgesehen sei die Umsatzsteuer für jeden Handel und alle Transaktionen per Bitcoin gültig. Nach einem Jahr Haltedauer seien eventuelle Gewinne allerdings steuerfrei, was sie beispielsweise von solchen durch Wertpapiere unterscheidet.

Systemfehler und Hackangriffe hinsichtlich Bitcoin-Konten

Bitcoin ist nicht unfehlbar. Wie alle anderen Cyber-Zahlungssysteme besteht auch bei diesem die größte Gefahr in Hackangriffen und Softwarefehlern, die für Spähangriffe ausgebeutet werden könnten. Innerhalb der letzten Jahre hat es im Bezug auf Bitcoin-Geschäfte daher einige Skandale, Angriffe und aufgrund der Anonymitätsprinzipien sogar einige Betrügereien gegeben. Auch eigens verschuldete Schwierigkeiten waren darunter. Die meisten davon wurden mittlerweile allerdings behoben. Im Jahr 2010 konnte zum Beispiel ein schwerer Softwarefehler im Bitcoin-Netzwerk behoben werden, der Nakamotos ursprüngliche Idee beinahe um Kopf und Kragen gebracht hätte. Die Summe der Ausgänge von Transaktionen wird nach der Korrektur des Fehlers nun dahingehend geprüft, mit der Summe der Eingänge übereinzustimmen. Wegen eines fehlerhaften Ganzzahlüberlaufs wurde vor dieser Fehlerbehebung eine ungeprüfte Negativgesamtsumme ausgegeben, die die Transaktion autorisierte und eine Gutschrift von über 180 Milliarden Bitcoin zur Folge hatte. Das System wurde daraufhin gänzlich angehalten und über ein Update von Fehlern befreit. Aus der Block-Chain hat man mittlerweile die fehlerhafte Transaktion beseitigt. Neben diesem Fehler, der weitestgehend ohne Verluste blieb, fanden ein gutes Jahr später aber auch Hackerangriffe statt, die durchaus Verluste zur Folge hatten.

Das Jahr der Diebstähle

2011 ereignete sich beispielsweise ein Diebstahl in Höhe von 25 000 Bitcoin. Der Dieb gab das Bitcoin-Guthaben später des Jahres aber wieder in das Netzwerk zurück, ohne jemals enttarnt zu werden. Das Jahr 2011 blieb trotz dessen ein Jahr des Bitcoin-Diebstahls. Ein Hacker hatte sich bei der Online-Börse Mt. Gox wenig später Zugriff auf die 500 000 Bitcoin eines dort angelegten Kontos verschafft. Diese Bitcoins hatte er schließlich für den Spottpreis von einem Cent pro Einheit zum Verkauf gestellt. Das ließ den Handel kurzzeitig gänzlich zusammenbrechen. Später des Jahres kam es auf der Tauschbörse Bitomat.pl außerdem zu Datenverlusten, die 17 000 Bitcoin umfassten. Sogar noch weitaus bedenklicher war die Verkündung eines Hackangriffs auf den e-Wallet-Dienst MyBitcoin.com. Der Anbieter zahlte den betroffenen Teilnehmern die Hälfte ihres ursprünglichen Guthabens aus und stellte den Betrieb ein. Schon vor diesem Vorfall war der Dienstleister auf starke Kritik gestoßen, da er über lediglich eine Postfachadresse so gut wie gänzlich anonym arbeitete.

Angriffe in 2012 auf Bitcoins

2012 setzte sich die Diebstahlserie auf Bitcoin-Konten fort. Acht Kundenkonten des Cloud-Providers Linode wurden durch Fehler in der Management-Software ausgespäht, was Wallet-Datenblöcke im Wert von 40 000 Bitcoin zum Verlust hatte. Kurz darauf wurden durch einen unzulänglich gesicherten Email-Server auf der Bitcoin-Börse Bitcoinica außerdem rund 19 000 Bitcoin entwendet. Später des Jahrs kam es schließlich zu einem Einbruch in Bitcoinicas Mt. Gox-Account, der wiederum mit Verlusten von 40 000 Bitcoin einher ging. Transaktionen mit dem gestohlenen Geld wurden später auf den Eigentümer Z. Tong zurückgeführt, der den Betrag daraufhin vom Dieb zurückerhalten haben wollte. Nichtsdestotrotz wurde kurz darauf die Liquidierung des Unternehmens verkündet. Von diesen Ereignissen abgesehen brach 2012 das Schneeballsystem „Bitcoin Saving and Trust“ zusammen, was einen Gesamtschaden von rund 500 000 Bitcoin zur Folge hatte. Ein großer Skandal fand daneben noch desselben Jahres hinsichtlich der Tauschbörse bitcointalk statt, als deren Betreiber verkündete, er habe unerlaubterweise mit den Einlagen der User an der Bitcoinbörse spekuliert. Nach eigenen Angaben konnte er die dabei entstandenen Verluste in Höhe von etwa 20 000 Bitcoin wegen persönlicher Zahlungsunfähigkeit nicht zurückerstatten. Ein Jahr nach diesen und ähnlichen Hackerangriffen stellten die Entwickler von Bitcoin abermals einen Systemfehler fest.

Auch Bitcoins sind angreifbar und bieten keine 100 prozentige Sicherheit (quelle: Bigstock-ID-61191590-by-norwayblue)

Auch Bitcoins sind angreifbar und bieten keine 100 prozentige Sicherheit (quelle: Bigstock-ID-61191590-by-norwayblue)

 

Weitere Angriffe und Verluste

2013 hielten sie daher dazu an, statt der Version 0.8 nur noch die Version 0.7 zur Herstellung neuer Geldeinheiten zu verwenden. Grund dafür war ein Softwarefehler, der in der neuen Version zu einer Abspaltung der Blockchain geführt hatte. Neue Coin-Datenblöcke waren nach dieser Abspaltung lediglich auf einem der abgespaltenen Zweige gültig. Die Situation konnte wenig später wieder aufgelöst werden, wobei glücklicherweise weder Transaktionen, noch Geldeinheiten verlustig gingen. Allerdings erkannte man später eine Sicherheitslücke im Core, die unter anderem das Zahlungsprotokoll betraf. Mit dem nächsten Release konnten die Entwickler aber auch diese Sicherheitslücke verlustlos beheben. Verluste ereigneten sich dagegen, als desselben Jahres Instawallet gehackt wurde. 35 000 Bitcoins wurden dabei entwendet, was den Dienst kurz darauf zur Schließung zwang. Angriffe gab es auch 2014, als viele Bitcoin-Börsen Hackern zum Opfer fielen, die einen bekannt gewordenen Programmfehler für sich ausnutzen wollten. Als eine Folge dessen wurde über einen gewissen Zeitraum die Auszahlung von Bitcoin-Beträgen eingestellt. Die Bitcoin-Börse Mt. Gox meldete im selben Jahr Insolvenz an und bekannte sich in einer Erklärung zu Verlusten von insgesamt 850 000 Bitcoins. Im Folgejahr schloss auch die Hong Konger Bitcoin-Börse MyCoin und verschwand mit den über 300 Millionen Euro schweren Einlagen ihrer Kunden. Man geht mittlerweile davon aus, die Einleger seien damit kriminellen Machenschaften zum Opfer gefallen. Das anfängliche Misstrauen, dass bei der Einführung Bitcoins bestand, scheint in Anbetracht dieser und aller anderen genannten Situationen nicht ganz unangebracht gewesen zu sein. Für die Unabhängigkeit des dezentralen Währungssystems muss offensichtlich ein Opfer gebracht werden: In diesem Fall das eines unsicheren Gefühls, das die meisten Menschen gerade bei ihren Bankgeschäften nicht unbedingt verspüren möchten. Dass sich die Cyber-Währung bisher also nicht als ernst zu nehmende Konkurrenz des Euro etablieren konnte, lässt sich durchaus nachvollziehen. Was die Zukunft noch bringen wird, ist allerdings nicht vorauszuahnen, denn dass sich der Bitcoin noch immer in der Expansion befindet, ist ebenso Fakt, wie die teilweise hoch verlustigen Cyber-Angriffe auf Bitcoin-Konten es sind.

 

 

 

 

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