Das Chromebook – Unterwegs im Netz mit Google


8. September 2014 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Ratgeber



Ein Chromebook ist zunächst ein klassisches Notebook. Der entscheidende Unterschied zum altbekannten Notebook liegt allerdings bereits darin begründet, dass auf den Chromebooks Googles Betriebssystem Chrome OS vorinstalliert ist. Die zumeist im 12- bis 14-Zoll-Format erhältlichen Notebooks verzichtet damit vollständig auf die Dienste von Windows.
Auf dem Chromebook laufen alle installierten Anwendungen als Apps. Sie werden mittels Googles bekanntem Browser Chrome, dem auf dem Chromebook damit eine zentrale Rolle zukommt, gestartet und bedient.
Ein weiterer wichtiger Unterschied: Chromebooks leben von und mit dem Internet. Dies liegt daran, dass das Chromebook nahezu alle Daten in der Google-eigenen Cloud (Google Drive) speichert und bearbeitet und dafür mit dem Internet verbunden werden muss. Für die Benutzung vom Chromebook muss der Nutzer zudem zwingend über ein Google Benutzerkonto verfügen bzw. eines einrichten. Ohne Google-Konto ist kein Zugriff auf die Cloud möglich und ohne Zugriff auf die Cloud ist das Chromebook lediglich ein toter Kasten mit Stromanschluss.

Für welche Zielgruppe bzw. welche Anwender ist dieses Notebook geeignet?

Das Chromebook ist der ideale elektronische Gefährte von Personen, die beruflich im Internet tätig bzw. die zumeist mit dem Internet verbunden sind und ein schnelles und unkompliziertes Arbeitsgerät benötigen. Das Chromebook benötigt – da nahezu alles in der Cloud gespeichert ist und dort bearbeitet wird – nur wenige Sekunden zum Hochfahren. Auch verändert sich die Leistung aus demselben Grund im Verlaufe der Zeit nicht so negativ wie bei einem klassischen Windows-Notebook. Für den Google-affinen Webworker, der ohnehin seine Mails, Daten und Termine über die verschiedenen Anwendungen und Services seines Google Benutzerkontos verwaltet, ist es unglaublich einfach mit den Chromebook zu arbeiten. Der Umstieg geht nahezu von selbst, da mit dem Login im Computer auch gleichzeitig die Daten synchronisiert werden.

Wann lohnt sich der Kauf eines Chromebooks?

Ein überhasteter Kauf eines Chromebooks ist sicherlich nicht zu empfehlen. Wer sich gerade erst sein neues Notebook angeschafft hat, wird mit diesem bestimmt erst einmal Freude haben. Wer bereits seit einiger Zeit sein Notebook in Betrieb hat, kann über einen Wechsel in die „Google-Welt“ nachdenken.
Grundsätzlich weniger interessant ist der Kauf eines Chromebooks sicherlich für Personen, die nicht ständig mit dem Internet verbunden sind, sein wollen oder können. Zwar verfügen die neuen Chromebooks inzwischen auch über eine Offline-Funktion, die Konzeption des Chromebooks als Notebook für die Cloud lässt hier aber trotzdem dem klassischen Windows- oder Mac-Rechner den Vortritt. Für Kritiker des Google-Konzern und seiner Sammelleidenschaft für Daten ist das Gerät natürlich auch keine Alternative. Zwar lassen sich sensible Daten auch lokal auf einem eigenen Datenträger speichern, eine Möglichkeit diese im Gerät selbst lokal abzulegen ist im Konzept des Chromebooks aber nicht vorgesehen.
Für alle anderen ist der Kauf aber grundsätzlich empfehlenswert. Chromebooks sind mit einer Preisrange um die 300 Euro sagenhaft günstig und somit für fast jeden erschwinglich. Zudem entfällt sie lästige Recherche und Vergleichsarbeit zu den einzelnen Hardwarekomponenten zum großen Teil – die Arbeit wird schließlich fast ausschließlich im Web durchgeführt. Die Überlegungen, welche Festplattengröße wohl am sinnvollsten ist, sind beim Chromebook nicht mehr nötig.

Lässt sich mit dem Chromebook effektiv arbeiten?

Die Antwort ist: ja, aber. Google bietet dem Nutzer eine Vielzahl an Apps und Diensten an, so dass effektive Datenspeicherung und –verarbeitung problemlos funktioniert. Ob die Verwaltung der persönlichen Termine, die Kommunikation mit dem Kunden per Email oder die Bearbeitung der letzten Unterlagen im Google Drive, all das lässt sich schnell, sicher und effektiv erledigen. Und wer schon über eine Googlekonto verfügt wird wissen, dass Google durchaus gute und sinnvoll nutzbare Tools entwickelt.
Die Fokussierung auf Google und dessen Online-Dienste hat allerdings auch einige Nachteile für den Nutzer in Bezug auf die Effektivität mit der sich am Chromebook arbeiten lässt. Microsoft-Produkte wie die gängigen Office-Anwendungen Word, Excel oder Powerpoint sucht man vergebens. Sie laufen auf dem Chromebook schlicht nicht. Auch andere klassische Programme lassen sich mit dem Chromebook nicht nutzen. So ist man auf Gedeih und Verderb auf Googles Toolset angewiesen. Wer in diesem Set für sich nicht die richtige Anwendung findet, für den ist die Arbeit mit dem Chromebook eher beschwerlich. Hier haben Apple und Microsoft die Nase vorn. Und auch im Internet-Zeitalter verfügen nicht alle Büros und Haushalte über ein schnelles WLAN bzw. sind nicht alle in der Lage ständig mit einem WLAN verbunden zu sein. Auch hier macht die Abhängigkeit vom Internet dem Nutzer einen Strich durch die Rechnung.

Welche Funktionen bietet das Chromebook?

Das Chromebook ist durch seine Google-Verbundenheit reich mit Apps und Funktionen ausgestattet. Neben dem angesprochenen Google Mail und Drive, der Kalenderfunktion sowie Youtube und Google+ bietet Google mit seinem Chrome Web Store auch zahlreiche andere Anwendungen für die Bild- und Textbearbeitung, fürs Büro und für den Zeitvertreib an. Anstelle der fehlenden Microsoft-Office-Programme gibt es zumindest die Office Web Apps als webbasierte Varianten. Für den Film- und Musikfans ist Streaming die einzige Option, DVDs lassen sich mit dem Chromebook nicht abspielen.

Welche Vor- und Nachteile bietet das Chromebook damit dem Nutzer?

Vorteile:

  • Das Chromebook ist mit 250-300 Euro in den Anschaffungskosten sehr günstig.
  • Das Gerät fährt sehr schnell hoch und ist startbereit.
  • Ein Zusammenbruch des Systems oder des Geräts gefährdet die Daten nicht. Diese sind in der Cloud gespeichert und gesichert. Ebenso können Viren dem Chromebook kaum gefährlich werden.
  • Eine Bündelung von Programmen und Diensten in einem Google Benutzerkonto spart viel Zeit und ist sehr benutzerfreundlich.

Nachteile:

  • Das Chromebook ist von einem schnellen Internetzugang abhängig. Ohne Internet ist es nur schwer und umständlich nutzbar.
  • Der Zwang zum Googlekonto ist aus den Gesichtspunkten des Datenschutzes zumindest fragwürdig. Alles wird bei Google gespeichert und bearbeitet.
  • Damit einher geht die Begrenzung auf Google-Apps, fremde Programme lassen sich auf dem Chromebook nicht installieren.
  • Für Gamer und Filmfans ist das Chromebook nur bedingt geeignet, da man mit hochauflösenden Spielen und den eigenen DVDs nur wenig Spaß haben wird.

Bildquelle: (Bigstock by leandrocrespi ID 44941027)