Festnetz ohne Schufa


18. Januar 2017 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Ratgeber,Wissenswertes


Festnetz trotz SCHUFA. Wir zeigen wie's geht!
Wer einen oder mehrere negative Einträge in der Schufa hat, muss mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Nicht nur Bankkredite oder Mobilfunkverträge werden verweigert, auch einem Festnetzanschluss wird ein Strich durch die Rechnung gemacht. Es gibt aber Abhilfe. Wie genau die aussehen kann, wird in diesem Artikel näher erklärt.

Was ist die Schufa?

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) speichert Daten über jeden Bürger, die seine finanziellen Transaktionen betreffen. Wenn zum Beispiel ein Girokonto eröffnet wird, dann erfolgt eine Meldung an die Schufa. Ebenso der Abschluss eines Mobilfunkvertrages, die Aufnahme eines Kredites oder ein Ratenkauf im Handel. Kommt es nun zu Zahlungsausfällen, erfolgt ebenfalls eine Meldung. Damit sollen Händler und Banken vor Zahlungsausfällen geschützt werden. Liegt auch nur ein negativer Eintrag vor, verweigern Banken einen Kredit und Mobilfunkverträge werden nicht abgeschlossen.

Fragen die Telekommunikationsunternehmen die Schufa ab?

Ja. Unabhängig vom Anbieter wird vor einem Vertragsabschluss zu einem Festnetzanschluss immer die Bonität des Neukunden überprüft. Allerdings kann nicht pauschal gesagt werden, dass ein Festnetzanschluss wegen negativer Einträge auch tatsächlich abgelehnt wird. Nach welchen Kriterien eine Entscheidung fällt, ist Geschäftspolitik des Unternehmens. Es ist in der Vergangenheit durchaus der Fall gewesen, dass Menschen mit einer schlechten Bonität trotzdem einen Festnetzanschluss gekommen haben. Warum, wieso und weshalb, darüber schweigen die Unternehmen. Oftmals hängt die Entscheidung damit zusammen, ob Schulden bei einem Telekommunikationsanbieter bestehen. Wenn nicht, spielt die Schufa oftmals nur eine untergeordnete Rolle.

Was kann der einzelne Kunde im Falle einer Ablehnung machen?

Viele Telefonprovider entscheiden im Einzelfall, ob ein Festnetzanschluss möglich ist oder nicht. Wenn ein Kunde eine Ablehnung bekommen hat, dann lohnt sich eine Nachfrage nach dem Grund. Eine Ablehnung durch einen Anbieter heißt noch lange nicht, dass andere Anbieter ebenfalls absagen. Es kann auch sehr hilfreich sein, wenn sich der Kunde auf eine Kaution oder Vorauszahlung einlässt. Bei vielen Anbietern ist ein Telefonanschluss trotz Ablehnung möglich, wenn diese Sonderleistung in Anspruch genommen wird.

In der Regel zahlen die Telefongesellschaften die Kaution nach Ablauf von mehreren Monaten wieder aus, wenn die Rechnungen immer pünktlich gezahlt wurden. Außerdem sollte vorher überprüft werden, ob nicht Falscheinträge aufgrund eines gleichen Namens in der Schufa vermerkt sind. Wenn das der Fall ist, dann muss der Betroffene sich um die Löschung kümmern und dies bei dem Provider auch nachweisen, dass der negative Eintrag fälschlicherweise entstanden ist.

Tipps zur Vermeidung einer Ablehnung bei negativer Bonität

Eine negative Bonität bedeutet nicht zwangsläufig eine Ablehnung des Telefonanschlusses. Wer sich in Bescheidenheit übt, kann durchaus auch an sein Ziel kommen. Das funktioniert so:

 

  1. Auf Extraoptionen verzichten. Bei einigen Providern werden besondere Zusatzoptionen angeboten. Das können vergünstigte Auslandsgespräche sein, die Bereitstellung von verbilligter Hardware und vieles mehr. Die Erfolgsaussichten auf einen Telefonanschluss steigen, wenn darauf verzichtet wird. In diesem Moment geht der Telekommunikationsanbieter ein geringeres Risiko ein, weil er auf geringere Kosten sitzen bleibt, wenn der Kunde nicht mehr bezahlt. Festnetztelefone gibt es überall günstig zu kaufen. Das gilt auch für Router und Modem.
  2. Auf die Angebote für einen zusätzlichen Tarif für den Mobilfunk verzichten. Viele Unternehmen bieten zu ihrem Festnetz auch eine Mobilfunkoption an. Mit einer schlechten Schufa sollte man unbedingt darauf verzichten, denn für den Provider ist das ein zusätzliches Risiko, auf das er sich wohl nicht einlassen wird.
  3. Keinen Vertrag mit langer Laufzeit buchen. Viele bieten einen Vertrag über 24 Monate an. Es gibt jedoch auch Anbieter, bei denen ist eine Kündigung alle vier Wochen möglich. Für den Provider ist diese Variante sicher, denn zahlt der Kunde nicht, so betrifft das nur die Rechnung für einen Monat, denn die Verträge können jederzeit gekündigt werden. Das Risiko ist hier sehr gering.
  4. Altlasten zunächst bezahlen

 

Wer Schulden bei seinem vorherigen Telefonanbieter hat, sollte diese zunächst vollständig bezahlen. Geschieht das nicht, kommt unweigerlich eine Ablehnung des gewünschten Festnetzanschlusses.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Ein negativer Schufaeintrag führt nicht immer zu einer Ablehnung. Grundsätzlich lassen die Telefondienstleister mit sich reden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass diese eine Kaution verlangen. Das ist legitim. Manche Provider zahlen diese nach Ablauf von sechs Monaten zurück beziehungsweise verrechnen diese mit den monatlichen Kosten.

Bei einer Ablehnung sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Vielmehr ist es sinnvoll, sich nach einem anderen Provider umzusehen. Jeder von ihnen reagiert anders. Wenn der eine absagt, kann ein anderer dennoch zusagen.

Die Chancen auf einen Telefonanschluss erhöhen sich, wenn der Kunde auf zusätzlichen Optionen verzichtet. Manche bieten zu einem Festnetzanschluss auch einen Mobilfunkvertrag an. Wer hier zusagt, mindert seine Chancen auf einen Festnetzanschluss. Was den Router anbelangt, so sollte man sich beim Handel nach einem günstigen umsehen, denn wer bei seinem Provider darauf verzichtet, erhöht die Erfolgsaussichten auf einen Festnetzanschluss. Ebenso sollte man auf lange Laufzeitverträge verzichten. Einige Provider bieten monatliche Kündigungsfristen an. Um die Erfolgsaussichten zu erhöhen, sollte man hier zugreifen.

Ist absolut kein Festnetzanschluss möglich, dann bleibt die Option, über das UMTS-Netz beziehungsweise über das LTE-Netz günstig zu telefonieren und zu surfen. Hier gibt es mittlerweile auch für Prepaid-Kunden sogenannte Flatrates. Für eine monatliche Pauschale kann der Kunde telefonieren und im Internet surfen, so lange das gebuchte Paket reicht. Sorglos Flatrates bieten fast alle Mobilfunkbetreiber an. Der Kunde kann telefonieren, so oft und so lange er will. Der monatliche Preis wird vom Prepaid-Guthaben abgebucht, das zum jeweiligen Zeitpunkt vorhanden sein sollte. Der Vorteil ist, es entfällt die Schufa-Prüfung. Weil im Voraus gezahlt werden muss, gehen die Mobilfunkanbieter kein Risiko ein. Der einzige Nachteil ist, dass das Volumen begrenzt ist. Wird dieses komplett verbraucht, drosselt der Mobilfunkanbieter die Surfgeschwindigkeit. Für viele ist aber diese Variante ein kleiner Ersatz für den Festnetzanschluss.

Bildquelle: Bigstock