Festplattenformatierung


29. Oktober 2012 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Ratgeber



Warum sollte man eine Festplatte formatieren?

Bis in die 80ziger Jahre wurden Festplattenlaufwerke unformatiert ausgeliefert. Für die Nutzung mussten sie daher für das entsprechende Dateisystem des jeweiligen Betriebssystems vorbereitet werden. Dies geschah zunächst durch eine Low-Level-Formatierung. Unter dem seinerzeitigen Betriebssystem MSDOS verwendete man hierfür den Befehl fdisk/mbr. Später haben die Hersteller diesen Schritt den Anwendern abgenommen und schon vorformatierte Platten ausgeliefert. Der Grund für eine Low-Level-Formatierung bestand darin, dass die bei der Produktion entstandenen defekten Sektoren einer Festplatte vorab markiert werden mussten, da diese vom Betriebssystem später nicht angesprochen werden konnten.

Um eine Festplatte formatieren zu können, müssen in nächsten Schritt die jeweiligen Partitionen festgelegt werden. Eine Festplattenpartition ist als zusammengehörender Speicherplatz auf einem logischen oder physischen Festplattenlaufwerk anzusehen. Ein Betriebssystem behandelt eine Partition als unabhängiges physisches Laufwerk. Mehrere Partitionen werden als logische Laufwerke behandelt. So können auf einem Festplattenlaufwerk auch mehrere logische Laufwerke, erkennbar an den verschiedenen Laufwerksbuchstaben, enthalten sein. Der Partitionierungsbefehl unter MSDOS und Windows ist nach wie vor fdisk. Hierbei wird auch angegeben, wieviel Speicherplatz jede Partition enthalten soll und von welchem logischen Laufwerk später das Betriebssystem gestartet werden soll. Um eine Festplatte formatieren zu können, folgt im letzten Schritt die jeweilige Formatierung einer Partition. Hierbei wird zwischen der gründlichen High-Level-Formatierung und der Schnellformatierung unterschieden. Anschließend kann die Festplatte eingesetzt werden.

Eine Festplatte formatieren, wenn der Rechner nicht mehr startet

In der Regel sollte man eine Festplatte formatieren, wenn arge Laufwerksfehler auftreten, der Computer nicht ordnungsgemäß mehr arbeitet, ein möglicher Virenbefall vorliegt oder der Rechenr im schlimmsten Fall nicht mehr startet. In Laufe eines Festplattenlebens werden zig tausende von Dateien dort abgelegt. Beschädigte Systemdateien oder defekte Sektoren können für Störungen sorgen. Wer vorher seine wichtigsten Daten auf einem anderen Speichermedium gesichert hat, kann für eine bessere Performance anschließend seine Festplatte formatieren. Verständlicherweise sind dann alle abgespeicherten Daten auf dem Laufwerk verloren. Eine Festplatte formatieren ist quasi vergleichbar mit einem umfangreichen Säuberungseffekt, wobei die Platte anschließend wieder neu und mit höherer Performance genutzt werden kann.

Eine Festplatte formatieren wegen Verkaufs

Wer ein gebrauchtes Plattenlaufwerk mit seinem Computer verkaufen möchte, sollte vorher seine Festplatte formatieren. Leider bietet eine Formatierung nicht immer einen ausreichenden Datenschutz. Selbst wenn mittels fdisk die Partitionierung neu erstellt wurde, können entsprechende Hilfsprogramme die dort abgelegten Daten teilweise noch restaurieren.