Filmbearbeitung – Tipps für gute Youtube-Videos


19. September 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Videoschnitt für dein Youtubeprojekt!
Jeden Tag werden auf Youtube viele Millionen Videos angeklickt, und Menschen verbringen Unmengen von Stunden damit, sich diese anzuschauen. Da ist es nur verständlich, wenn man selbst ein Interesse am Thema Filmbearbeitung entwickelt – sei es, weil man selbst den großen Erfolg anstrebt oder einfach nur ein paar Aufnahmen aus dem Urlaub für die Verwandtschaft und das Familienalbum visuell aufbereiten will. Doch wie geht man als Laie an dieses Vorhaben heran?

Bevor wir uns den Schnitttechniken selbst widmen, möchte ich kurz die Wichtigkeit einer guten Arbeitsorganisation herausstellen. Bei einem Videoprojekt mit einer angestrebten Länge von etwa zehn Minuten kann die Zahl der verwendeten Dateien leicht in die Hunderte gehen. Da den Überblick zu behalten, ist fast unmöglich – deshalb ist es mehr als empfehlenswert, seinen Dateien nach Möglichkeit eindeutige Namen zu geben und sie jeweils in separaten Ordnern zu platzieren. Auf diese Weise spart man garantiert Zeit und Nerven.

Videoschnitt am PC. Mit der richtigen Software fast ein Kinderspiel...

Videoschnitt am PC. Mit der richtigen Software fast ein Kinderspiel…

Ausreichend Material aufnehmen

Ein verbreiteter Anfängerfehler ist es, direkt nach der Aufnahme den Aufnahmemodus zu beenden oder die gleiche Szene nicht oft genug zu drehen. Früher galt der Leitsatz „Zelluloid ist teuer!“, doch in Zeiten von Speicherkarten und Festplatten im Terabyte-Bereich muss man sich nicht mehr zurückhalten. Besonders, wenn man noch keinen minutiösen Plan von seinem Video hat, kann es sich lohnen, auch mal ein paar Szenen nur auf Verdacht abzudrehen.

Geeignete Schnittprogramme auswählen

Die Verwendung von spezieller Software ist für jedes auch nur halbwegs ambitionierte Videoprojekt unabdingbar, da die teils vom Hersteller mitgelieferten Programme kaum Spielraum für Kreativität lassen und allgemein oft eher halbgar programmierte Gebilde sind. Man muss für eine zufriedenstellende Alternative allerdings nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Die Kosten für professionelle Editing-Software können bis in den vierstelligen Bereich hinein gehen, was für den Anfang natürlich bei Weitem zu viel ist. Freeware-Programme oder Low-Budget-Lösungen ermöglichen es Einsteigern, ein erstes Gefühl für den Videoschnitt zu bekommen. Richtig Geld in die Hand nehmen und in professionelle Software investieren kann man später immer noch.

Jedes Programm zum Videoschnitt bietet eine große Menge an Shortcuts an, das sind Tastaturkürzel, welche man einsetzen kann, um mit nur einem Tastendruck eine Funktion zu aktivieren, einen Effekt hinzuzufügen oder eine Eigenschaft wie die Lautstärke eines Clips zu verändern. Wenn man sich nicht mühevoll mit der Maus durch lange Menüs hindurch manövrieren muss, sondern einfach zwei Tasten gleichzeitig drücken kann, bringt das eine enorme Zeitersparnis mit sich.

Weniger ist manchmal mehr

Abhängig vom Thema und der Intention des Videoprojekts sollte man auch in der Anwendung von Effekten variieren. Viele Schnittprogramme werfen einem direkt beim Öffnen eine ganze Palette von Filtern, Cliparts, Schrifteffekten und sonstigen Spielereien entgegen. Der Versuchung, sich hier gleich richtig auszutoben, sollte man allerdings widerstehen.

Video: Manchmal ist weniger Mehr: Auf den richtigen Schnitt kommt es an – und man kann die richtigen Effekte erzielen, auch ohne viele Filter!


Ein professionell wirkendes Video erreicht man nicht, indem man sein Material hinter einer dicken Schicht von generischen Effekten versteckt, sondern es auf diese Weise inhaltlich ergänzt. Natürlich ist dieser Hinweis auch nicht der Weisheit letzter Schluss – gerade die jüngere Zielgruppe fühlt sich oftmals gerade von lauten und bunten Videos angezogen. Es gilt aber in jedem Fall, die gegebenen Möglichkeiten sowohl intelligent als auch maßvoll einzusetzen.

Verzicht auf lange Chanel-Intros

Hier ein konkreter Hinweis: Lange Introsequenzen vor jedem Video werden von Zuschauern auf Youtube in der Regel schlecht aufgenommen, da sie repetitiv sind und keinen Mehrwert an Information bieten. Man sollte, wenn überhaupt, eine Länge von maximal fünf Sekunden nicht überschreiten.

 

Orientierung am Ton, nicht am Bild

Besonders relevant ist dieser Hinweis für Projekte mit großem Sprachanteil. Wenn ein zusammenhängendes Gespräch im Video vorkommt, ist es besonders Anfängern zu raten, sich erst um die Audiospur zu kümmern und dann das Bild zu optimieren. Spätestens bei der Endabnahme fallen Lücken in der Tonspur zwar in der Regel auf, jedoch kann es einem viel Arbeit ersparen, gleich darauf zu achten, dass der Sprechfluss nicht gestört wird, und dass Audio und Video (d.h. die Aufnahme des Sprechers) synchron zueinander sind. Auch vermeidet man bei aktivierter Tonspur, mitten im Wort einen Schnitt zu setzen.

Wer es bis hierhin geschafft hat, ist zweifelsohne auch schon mit Audio- und Videospuren in Berührung gekommen. Jedes Projekt hat naturgemäß mindestens eine aus jeder Kategorie, in welchen sich Ton und Bild der Originalquelle befinden. Wer aber etwas mehr will, beispielsweise mehrere Bilder ineinander oder nebeneinander abspielen oder Hintergrundmusik hinzufügen, kann schnell bei einem dutzend verschiedener Spuren stehen. In so einem Fall ist es ratsam, den Spuren eigene Namen zu geben (zum Beispiel „Musik“) und sie dann auch nur für diesen einen Zweck zu benutzen. Damit fördert man die Übersichtlichkeit, und sollte man einen Fehler entdecken, ist es so deutlich einfacher, ihn schnell zu beseitigen.

Das richtige Format wählen

Da Youtube eine Plattform ist, die die Videos nach dem Upload erneut rendert (unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Auflösungen), sollte man für eine optimale Qualität auch optimale Voraussetzungen liefern. Youtube selbst bietet hierfür unter dem Schlagwort „Empfohlene Einstellungen für die Uploadcodierung“ einen Leitfaden an, an welchen man sich auch halten sollte.

Beispielsweise wird als Container MP4 empfohlen und als Audio-Codec der moderne AAC-Standard, auch eine Tabelle, welche Auflösungen und die empfohlenen Bitrates gegenüberstellt, ist vorhanden. Die Einstellungen selbst auf das Video vor dem Rendern anzuwenden ist bei den meisten Programmen sehr unkompliziert und wird in den meisten Fällen über ein automatisch geöffnetes Fenster geregelt.

Fazit

Mit dieser Zusammenstellung von Hinweisen sollte den ersten kleinen Filmprojekten oder Youtube-Videos nichts mehr im Wege stehen. Von kleinen Rückschlägen oder Eigenheiten der verwendeten Software sollte man sich nicht entmutigen lassen, denn das Internet hat auch und gerade beim Thema Videoschnitt zu jeder Frage eine passende Antwort parat. So lange man sich an diese universellen Regeln hält, wird am Ende immer ein Ergebnis herauskommen, auf das man stolz sein kann.
Bildquelle: Bigstock