Freie Kassensoftware für den eigenen Betrieb


1. Februar 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Wissenswertes


open source Kassensoftware bringt Ordnung ins Chaos!

Heutzutage benötigt jeder Betrieb, um gut zu funktionieren, eine Kassensoftware, die die Vorgänge im Unternehmen aufzeichnet und gegebenenfalls bei einer Kontrolle ausgeben kann. Kassensoftware, auch noch ERP (englisch für Enterprise Resource Planning, zu deutsch Planung des Einsatzes / der Verwendung der Unternehmensressourcen) genannt, gibt es so einige am Markt. Die großen Anbieter sind SAP, Sage, Oracle und Microsoft. Diese bieten zum Teil eine sehr komplexe Software an, die zwar für jeden Betrieb auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können, aber dafür auch ihren Preis hat. Oft sind die Kosten so hoch, dass sich kleine und mittelständische Betriebe solche Systeme nicht leisten können.

Open Source Kassensoftware

Was liegt da näher für Unternehmen nach einer kostengünstigen oder gar kostenlosen Alternative zu suchen. Und dafür eignet sich der Open Source Bereich, der in vielen Gebieten des Internet immer beliebter wird. Jedoch im Gegensatz zu anderen Softwaregebieten ist die Anzahl der Open Source Alternativen für ERP Anwendungen überschaubar. Trotzdem gibt es einige Systeme, die es Wert sind, unter die Lupe genommen zu werden. Doch bevor man loslegt, sollte sich die Frage gestellt werden, wieso eigentlich Open Source? Ist die Sicherheit der Daten garantiert und wie steht es um die Manipulierbarkeit des Systems im Falle einer Kontrolle? Ist die Benutzerfreundlichkeit gegeben und der technische Support ausreichend im Falle eines Problems?

Open Source ERP Systeme, immer kostenlos?

Im Großen und Ganzen kann gesagt werden, dass Open Source ERP Systeme nicht schlechter abschneiden als kommerzielle Systeme. Doch es gilt zu unterscheiden zwischen zwei Arten von Open Source Systemen, die Versionen ohne kommerziellen Support, also 100% kostenlos und jene, wo das Grundsystem Open Source ist, aber die Erweiterungen sowie der Support kostenpflichtig ist. Bei den 100% Systemen wird die ganze Entwicklung sowie Support von einer großen Gemeinschaft unterstützt. Hilfe gibt es meistens in Foren von den Entwickler oder anderen Benutzer. Bei der anderen Art von Kassensystemen steht meistens eine Firma hinter der Entwicklung der Software. Das Grundgerüst ist in dem Fall Open Source, aber die Extras, sowie der Support sind kostenpflichtig und dienen der Weiterentwicklung des Programmes.

Vor- und Nachteile von Open Source Kassensoftware

Ein großer Vorteil von Open Source ERP Systemen ist, dass deren Quellcode einlesbar ist. So können Schwachstellen schneller entdeckt werden und es herrscht eine gewisse Transparenz in dem System. Somit kann schneller eine Manipulation nachgewiesen werden. Während bei kommerzieller Software nicht immer garantiert ist, ob es die Herstellerfirma noch in 10 Jahren gibt und somit weiter Support garantiert ist, ist das bei Open Source nicht der Fall. Auch wenn das Projekt eingestellt werden sollte, geht der Support in Foren oft noch über Jahre hinaus weiter. Jedoch, geht es um Anpassungen am System, wird es schwieriger. Während kommerzielle Firmen solchen Service anbieten, ist es bei Open Source Systemen eher weniger der Fall, es muss jemanden gefunden werden, der sich mit der Struktur des Systems auskennt.

Für wen eignet sich Open Source ERP Software?

Für große Unternehmen, die europaweit oder weltweit agieren, sind Open Source Kassensysteme eher nicht gedacht. Deren Volumen und ist zu groß um in einem Open Source System verwaltet zu werden. Für solche Firmen muss die Software angepasst werden und der Support muss schnell gewährleistet werden. Es wird auch spezielle Hardware benötigt, die dann vom Software-Entwickler zur Verfügung gestellt wird, um die großen Datenmengen zu verwalten. All dies kann leider Open Source Software nicht erfüllen. Hingegen für kleinere und mittlere Unternehmen ist Open Source Kassensoftware ideal. Die Hardware kann schon ein normaler Computer sein. Die Lizenzkosten beschränken sich nur auf das Betriebssystem, wer sich aber mit Linux auskennt, kann sogar diese Kosten einsparen.

Eine moderne Kassensoftware ist heute Pflicht – es gibt auch gute Open Source Lösungen unter den ERPs

Eine moderne Kassensoftware ist heute Pflicht – es gibt auch gute Open Source Lösungen unter den ERPs

Empfehlenswerte Open Source Kassensoftware

Auf dem Markt haben sich unteranderem folgende Open Source Systeme durchgesetzt:

Odoo

Odoo, vormals unter dem Namen EasyERP und ursprünglich als TinyERP vertrieben, ist ein Open Source ERP System, was auch zum Teil kommerziell vertrieben wird. Das Projekt wird von der Firma Odoo SA mit Sitz in Belgien verwaltet. Die Software wird unter anderem von Universitäten zur Weiterbildung benutzt. Weltweit gibt es eine große Community, daneben gibt es auch sehr viele Programmierer, die die Software kostenpflichtig weiterentwickeln. Auch Odoo SA bietet eine kostenpflichtige Enterprise Edition und Online Version an. Bedienungsanleitungen, sowie Bücher zu der Software gibt es massenhaft.

webERP

webERP ist eine reine Open Source Software und wird nicht kommerziell angeboten. Anfangs war das ERP System nur für den amerikanischen Markt gedacht, doch heutzutage lässt sich das System ohne Probleme auch auf den deutschen Markt umstellen. Die Oberfläche ist rein webbasiert, es wird nur ein Webbrowser benötigt. Für die Installation wird ein GNU/Linux-Server mit Apache und MySQL benötigt. Da das Produkt in Europa eher unbekannt ist, ist der Support für deutsche und europäische Benutzer eher gering.

GnuCash

GnuCash ist ein ERP System, das für private Benutzer und Kleinunternehmer gedacht ist und in C geschrieben wurde. Es ist lauffähig unter GNU/Linux, Mac OS X und Windows. Auch für Android gibt es eine Portierung. Unterstützt wird das Prinzip der doppelten Buchführung, der HBCI-Standard für Electronic Banking mit PIN/TAN-Verfahren und diversen Eingabegeräten. Wie der Name schon verrät, steht das Programm unter der GNU General Public License und ist somit ein reines Open Source Projekt. Das Programm wird aktiv unterstützt und hat eine große Community. Dokumentation ist reichlich vorhanden.

KMyMoney

Für den Einzelunternehmer gibt es noch KMyMoney zu erwähnen. Anfangs für die KDE Oberfläche unter Linux entwickelt, existiert das Programm heute auch für Windows. Ehemalige Benutzer von Quicken und Microsoft Money kommen schnell mit der Software klar, da es wie diese Programme aufgebaut ist. Das Programm ist ein reines Open Source Tool und es fallen keine weiteren Kosten an.

 

Bildquelle: bigstock-ID-85005839-by-stokket