Management Excecution System – Einer steuert die Welt


23. April 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Viele Unternehmen setzen auf Management Excecution Systeme

Die industrielle Fertigung von Produkten sollte heute so effektiv wie möglich erfolgen. Jedes Unternehmen muss seine Kalkulation übergreifend auf alle anfallenden beziehungsweise involvierten Ressourcen ausdehnen, denn die Vernachlässigung nur einer Größe kann einen erheblichen Nachteil gegenüber der Konkurrenz erbringen. In vielen Industriebetrieben, ob nun des Mittelstandes oder der Großindustrie, ergeben sich daraus sehr komplexe Aufgaben, denn es geht um die Steuerung meist mehrerer Fertigungsebenen unter Einbeziehung der Materialbeschaffung, der Bevorratung, der Maschinenwartung und der aller daraus anfallenden Daten bis hin zur Personal-Einsatzplanung. Um diesem vielfältigen Aufgabenspektrum gerecht zu werden, erfolgt die Steuerung der Fertigungsebenen und den dabei anfallenden peripheren Aufgaben mittels eines Management Excecution System, einer MES Software.

Was ist ein Management Excecution System?

Das Management Excecution System oder der in Deutschland ebenso gebräuchliche Begriff Produktionsleitsystem bildet innerhalb der betrieblichen EDV alle Abläufe eines Prozesses ab. Grundlegend besteht die MES Software aus mehreren Segmenten, die jeweils einen Prozessabschnitt beinhalten. Üblicherweise sind diese Segmente logisch aufgebaut, sodass sich daraus eine Prozesskette ergibt, an deren Ende sich das fertige Produkt befindet.
Eine Auflistung der Segmente kann wie folgt aussehen:

  • Das auf eine Periode bezogene Fertigungsplanungssystem
  • Die auf ein Produkt bezogene Ressourcenplanung
  • Der Fertigungsablaufplan vor Prozessbeginn
  • Die Steuerung der Produktionsleitstände
  • Der Fertigungsablauf
  • Die Überwachung der Ressourcen während der Fertigung

Im Weiteren können sich innerhalb des Management Excecution System zusätzliche Segmente befinden, die gerade für den peripheren Bereich von Bedeutung sind, so die vor- und nachgeordnete Verwaltung der Produktionsmittel bis hin zur Beschaffung, woraus sich wiederum Schnittstellen zum Einkauf und der Logistik ergeben. Die Überwachung und Planung der Maschinenzeiten zur Einbindung notwendiger Wartungsarbeiten. Direkte Schnittstellen zur Konstruktionsabteilung, etwa zur Einspielung von CAD-Daten. Die Erfassung und bereinigte Bereitstellung aller Daten zur statistischen Auswertung genauso wie zur kaufmännischen Auftragsabwicklung. Ein interessanter Aspekt im Bereich des Management Excecution System ist dessen Nutzung als Steuerungssystem in Netzwerken. Da sich über Datenleitungen praktisch weltweit alle Standorte in Echtzeit miteinander verknüpfen lassen, besteht mittels der Software die Möglichkeit beispielsweise von Deutschland aus im In- wie Ausland befindliche Produktionsstätten zu steuern.

Der Einsatz von MES in der Industrie

Neben global agierenden Unternehmen mit verschiedenen Fertigungsstätten bietet sich das MES genauso für die lokale Produktion an. Wie bereits Eingangs erwähnt, erhöht sich die Komplexität von Erzeugnissen oft mit jedem neuen Update beziehungsweise müssen zur Darstellung neuer Funktionen oder Techniken weitere Verfahren mit eingebunden werden. Das Management Excecution System bietet hier als übergreifende Software eine gute Basis für alle betrieblichen Vorgänge, die sich in der EDV realisieren lassen und das sind heute praktisch alle Produktionsschritte und dazugehörigen Beschaffungs-, Wartungs- und Verwaltungsschritte. MES als Produktionsleitsystem wird gerade in Deutschland branchenspezifisch eingesetzt. Dabei unterscheiden sich die Bereiche Stückgutproduktion und prozesstechnische Produktion nicht nur in den angewandten Techniken, sondern auch im Ergebnis. In der Stückgutproduktion geht es um die Anfertigung eines Werkstückes aus Ausgangsmaterialien unter Einhaltung bestimmter Bestimmungsgrößen. Die prozesstechnische Produktion ist im weiteren Sinne eine Fortsetzung der Stückgutproduktion, wobei das jeweilige Produkt wiederum in ein übergeordnetes Bauteil eingefügt wird. Dies kann genauso eine Baugruppe, ein Halbzeug oder auch ein funktionierendes Endprodukt sein. Mit MES lassen sich alle Bereiche der Fertigungstechnik exakt steuern.

MES und ERP

Im Bereich der Automatisierung von Fertigungsprozessen spielt gerade in größeren Unternehmen die ERP-Software eine wichtige Rolle. Das Enterprise-Resource-Planing beinhaltet die Planung und Steuerung von Ressourcen, wobei sich auch hier alle Vorgänge auf den Wertschöpfungsprozess innerhalb des Unternehmens konzentrieren. Wie zu ersehen ist, bestehen zwischen MES und REP Überlagerungen in der Aufgabenstellung, was je nach Betriebsgröße zu einer Ineffektivität der EDV und damit auch zu einem schlechten Zeitmanagement auf personeller Ebene führen kann. Ob beide Software-Systeme in einem Unternehmen gleichzeitig zum Einsatz kommen, hängt meist von der hierarchischen Struktur in der jeweiligen Firma ab. Je flacher die Personalstruktur aufgebaut ist, desto eher ist der Einsatz nur von MES Software sinnvoll.

Wo kommt MES heute schon zum Einsatz?

Ab einer bestimmten Betriebsgröße ist jedes Unternehmen gezwungen, eine entsprechende Software zu verwenden, um einen Nachteil gegenüber der Konkurrenz zu vermeiden. Der Einsatz ist abhängig von den Fertigungsverfahren und deren Vielschichtigkeit sowie der Marktsituation des jeweiligen Produktes. Das Management Excecution System ist ein, in jeder Hinsicht, Ressourcenschonendes System, dass sich nicht nur Großunternehmen zunutze machen, sondern genauso mittelständische Betriebe und unter Umständen auch kleinere Firmen, wenn deren Produkte eine entsprechende Komplexität besitzen. Wie bisher zu ersehen ist, bezieht sich die Nutzung des MES nur auf betriebliche Erfordernisse. Eine Nutzung im privaten Umfeld ergibt meist wenig Sinn, es sei denn der Umfang des privaten Besitzes macht dies erforderlich. Theoretisch lässt sich einauf jede Anforderung individuell einstellen, wobei es natürlich in Bezug auf die Kosten wirtschaftlich bleiben sollte.

Die technische Umgebung zum MES

Die Aufbereitung und Darstellung einer Vielzahl von Daten ist ein wichtiger Bestandteil des MES, woraus sich wiederum die Frage nach der Datensicherheit ergibt. Diese ist am ehesten durch den Einsatz eigener Server gewährleistet, die wiederum durch verschiedene Zugangsebenen gegen Eingriffe von Außen geschützt sind. Dabei können ohne Probleme Datenleitungen von Drittanbietern genutzt werden, um beispielsweise die Führungsebene mit im Ausland befindlichen Produktionsstätten zu verbinden. Um ein Abgreifen der Daten zu verhindern, werden diese über ein beidseitiges Verschlüsselungsprogramm gesendet. Aus der Administration der Server heraus werden für das MES nur die Zugangsebenen freigegeben, die zur jeweiligen Nutzung erforderlich sind. So ergibt sich eine sichere und kontrollierbare Software-Umgebung. Ein automatisches Daten-Backup in regelmäßigen, den Produktionszyklen angepassten Abständen rundet die EDV in Bezug auf das MES perfekt ab.

 

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