Mitarbeiter- und Kundenkarten: Wie funktioniert ein Kartendrucker?


23. Dezember 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Ratgeber


Mitarbeiter- oder Kundenkarte mit eineKartendrucker drucken

Die Identifizierung einer Person erhält in einer modernen Gesellschaft eine immer stärker werdende Bedeutung. Dabei sind es nicht nur die Bereiche, die mit hoheitlichen Rechten und Pflichten in Verbindung stehen, wie die Identifizierung mittels eines Personalausweises oder die Berechtigung zum Führen eines Fahrzeuges.

Im digitalen Zeitalter werden für die unterschiedlichsten Bereiche eindeutige Identifikationen benötigt, wobei diese mehrere Merkmale in sich tragen müssen, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Zu diesen Merkmalen gehören unter anderem:

  • Maschinenlesbar und vom Menschen lesbar
  • Änderungsfähig
  • Fälschungssicherheit
  • Speicherfähigkeit
  • Kompaktes Format
  • Stabilität

Gerade in der Geschäftswelt haben sich in den letzten Jahren nach dem Barcode verschiedene digitale Techniken durchgesetzt, die es auf unkomplizierte Weise erlauben, die Datenverwaltung von Kunden und Mitarbeitern zu vereinfachen. Grundlage hierfür sind Mitarbeiter- und Kundenkarten, die über einen Karten-Drucker hergestellt werden.

Was ist ein Kartendrucker?

Der Kartendrucker oder auch Chipkartendrucker ist in der heute gebräuchlichen Form ein sogenannter Desktop-Drucker, der folglich über eine Schnittstelle mit einem PC oder auch einem Laptop verbunden ist. Über den PC werden wiederum mit einer auf den Karten-Drucker zugeschnittenen Software die notwendigen Daten erstellt und an den Kartendrucker übertragen.
In der Regel werden in Kartendruckern sogenannte ISO-Standard-Plastikkarten verwendet, die eine Größe von 85,60 x 53,98 mm besitzen. Üblicherweise wird vom Kreditkarten- oder Scheckkartenformat gesprochen.

Noch bis in die Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war die Bedruckung von Plastikkarten nur durch einen entsprechenden maschinellen Aufwand möglich, der aber nur bei großen Auflagen rentabel war. Der erste portable Karten-Drucker aus dem Jahr 1985 läutete die Wende bezüglich personalisierter Plastikkarten ein. Der in den folgenden Jahren eingeführte Thermosublimationsdruck verhalf dann der Karte durch den nun möglichen Farbdruck zu mehr Möglichkeiten sowohl in der Gestaltung wie in Bezug auf die Sicherheit. Neben dem Sublimationsdruck kommt heute auch das Thermotransferverfahren zur Anwendung.

Für moderne Karten-Drucker werden Plastikkarten mit unterschiedlichen Merkmalen verwendet, deren Funktionalität von dem gewünschten Sicherheitslevel abhängig ist. Zum Standard gehören integrierte Chips, auf denen Daten gespeichert und ausgelesen werden können und ebenso ähnlich funktionierende Magnetstreifen, der langfristig jedoch vom Chip ersetzt werden wird. Aber auch Hologramme und UV-Folien sind mit der Plastikkarte kombinierbar und erhöhen den Sicherheitsstandard.

Die Technik im Detail

Prinzipiell unterscheiden sich die in einem Karten-Drucker angewendeten Verfahren nur geringfügig voneinander. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Einzelkartendrucker oder ein Gerät mit einem Magazin handelt.
Im Karten-Drucker wird die Plastikkarte gleichzeitig mit einem Farbband zum Thermo-Druckkopf geführt. Der Druckkopf löst einen Hitzeimpuls aus, wodurch die auf dem Farbband befindliche Farbe auf die Karte übertragen wird.

Im Thermotransferverfahren erfolgt ein monochromer, also einfarbiger Farbübertrag auf eine Plastikkarte, die meistens bereits vorbedruckt ist.

In der Thermosublimation werden mehrere Farbbänder verwendet, um die Karte farbig zu gestalten. In diesem Verfahren sind bis zu 16 Mio. Farben möglich. Nach dem eigentlichen Druck erhält die Karte ein Overlay zum Schutz gegen Abrieb.

Das Retransfer-Verfahren beinhaltet gleichsam den mehrfarbigen Druck, wobei jedoch zunächst nicht die Karte direkt hintereinander bedruckt wird, sondern alle gestalterischen Inhalte auf einem Druckfilm aufgebracht werden und dieser wird im Anschluss auf die Karte appliziert.

Im Thermo-Rewrite-Druckverfahren ist in der Plastikkarte bereits eine thermosensitive Schicht eingebettet. Der Vorteil dieses Verfahren ist die jederzeit mögliche Änderung der Daten auf der Karte.

Das Direct-to-card-Druckverfahren ist im Grunde dem früher bei Schreibmaschinen üblichen Farbband-Verfahren nachempfunden, wobei hier nicht der Druck durch den Anschlag der Taste erfolgt, sondern über punktuelles Erhitzen.

Welcher Kartendrucker ist der geeignete?

Mitarbeiter- oder Kundenkarte mit einem Kartendrucker drucken

Mitarbeiter- oder Kundenkarte mit einem Kartendrucker drucken

Die Frage nach dem richtigen Karten-Drucker für den jeweiligen Bedarf ist abhängig von den Anforderungen. In Bereichen mit entsprechend hohen Sicherheitsanforderungen ist es nicht nur der Kartendrucker allein, der über den Bedarf entscheidet, sondern ebenso die in der Karte befindlichen Sicherheitsmerkmale. In der Regel werden an Mitarbeiter- und Kundenkarten jedoch keine so hohen Anforderungen gestellt. Üblicherweise genügen hier Chipkarten, die bestimmte Vorgänge speichern, so etwa bei Mitarbeitern das Eintreffen am Arbeitsplatz oder bei Kunden ein Einkaufsvorgang.
Einen guten Überblick über Kartendrucker und welche Möglichkeiten sie im Einzelnen bieten, zeigt sich hier.

Dass die Mitarbeiter- und Kundenkarte und deren vereinfachte Herstellung mit einem Kartendrucker einen gewaltigen Fortschritt bedeutet, steht wohl außer Frage. Sicherlich können sich noch viele Menschen an die Lochkarten erinnern, die bis vor nicht allzu langer Zeit in Unternehmen noch üblich waren. Der Verwaltungsaufwand dafür war enorm und die Möglichkeiten mehr als begrenzt und einem Kunden eine Lochkarte in die Hand zu drücken, damit dieser beim Verlassen des Geschäftes diese abstempelt, hätte vermutlich nicht zur Kundenbindung beigetragen. Eine schön gestylte Kundenkarte im Kreditkartenformat jedoch schon.