Monopole im Internet: Ein Gefahr für die Gesellschaft?


5. Januar 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Trends


Monopol im Internet – Welche Gefahren drohen für den Verbraucher?
Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft – so zumindest die Theorie. In der Praxis gibt es zahlreiche Monopole im Internet, die ihre unantastbare Führungsrolle genießen und ausnutzen. Ein großes Problem für den Markt, die Verbraucher und Innovation.Oma wusste, dass Produkte und Dienstleistungen billiger werden, je größer die Konkurrenzist. Ein Markt mit vielen Konkurrenten belebt das Geschäft. Um dem Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein, müssen Unternehmen innovieren.Was früher die Regel war, scheint im Internet nicht zu gelten. Seit dem Durchbruch des Internets kristallisieren sich mehr und mehr führende Firmen heraus, die in ihrer Branche eine unangefochtene Führungsposition einnehmen. Viele von ihnen innovieren auf einem minimalen Niveau. Für sie ist es leichter, innovative Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen und Ideen zu kaufen – das nötige Kleingeld besitzen sie schließlich.

Warum Monopole schlecht für die menschliche Entwicklung sind

Monopole bringen der Gesellschaft viele Nachteile mit sich. Einer davon ist die Abhängigkeit von dem Unternehmen, das (billige) Produkte teuer verkaufen kann – Alternativen gibt es schließlich nicht. In einigen Situationen gibt es zwar Alternativen, sie sind aber nicht erhältlich. Ein Beispiel: Der Bäcker einer Stadt bietet als Einziger im gesamten Bundesland ein neues Produkt an. Dieses Produkt gibt es bei einem Bäcker in einem anderen Bundesland, für Verbraucher würde es sich nicht lohnen, viele Kilometer zurückzulegen, um es zu kaufen. Er besitzt folglich ein regionales Monopol.

Im Internet sieht die Situation anders aus: Es gibt selten digitale Grenzen, die Verbraucher zwingen, bei einem bestimmten Anbieter zu kaufen. Digitale Grenzen herrschen zum Beispiel im Bereich Musik, Filme und TV-Serien. Hier werden die Rechte für jedes Land oder bestimmte Regionen festgelegt. Ein Deutscher kann zum Beispiel Serie XY nicht sehen oder kaufen, die einem Briten zur Verfügung steht. Hierbei handelt es sich nicht um ein klassisches Monopol, sondern eher um ein fehlendes Management von internationalen Distributionsrechten.

3 Monopole im Internet, die unaufhörlich wachsen

Seit der flächendeckenden Verbreitung im Internet hat sich gezeigt, dass Unternehmen, die eine revolutionäre Idee als Erstes anbieten, sich einen Vorsprung erwirtschaften, den kaum ein Konkurrent überbieten kann. Nachfolgend einige Firmen, die diese Leistung vollbracht haben:

  1. Google: Wenn von Monopolen im Internet die Rede ist, denken die meisten Menschen an Google. Das Unternehmen begann als Suchmaschine und besitzt in vielen Ländern eine Monopolstellung. In Deutschland liegt der Marktanteil bei über 90 Prozent. Inzwischen bietet Google viele weitere Produkte mit Monopolstellung an, zum Beispiel den Dienst zur Sammlung von Besucherdaten von Webseiten Google Analytics (> 50 % in Deutschland).
  2. Facebook: Das größte soziale Netzwerk der Welt hat über eine Milliarde Nutzer, davon rund 26 Millionen in Deutschland. Mit seiner Monopolstellung kaufte Facebook 2012 die Video- und Fotosharing-App Instagram und zwei Jahre später den Messenger WhatsApp.
  3. PayPal: Als der beliebteste Zahlungsdienst der Welt ist PayPal für viele Unternehmen ein Muss. Ein Verzicht auf den Zahlungsdienst würde den Umsatz der Firmen mindern. Zwar gibt es Alternativen zu PayPal, weltweit durchgesetzt hat sich keine davon. Viele von ihnen werden nur in bestimmten Ländern bevorzugt, zum Beispiel Sofortüberweisung  in Deutschland.

Der Kampf gegen Monopolstellungen

Im Kampf gegen Monopolstellungen zeigen Beispiele wie der Entschluss von Mozilla, die Suchmaschine Yahoo! standardmäßig im Webbrowser Firefox festzulegen, dass Unternehmen zusammenarbeiten müssen, um ein Monopol zu stürzen. Lange Zeit haben die zuständigen Kommissionen ein Auge zugedrückt, ohne die Lage ernsthaft anzugehen.

2014 entschloss das Europaparlament, gegen die Monopolstellung von Google vorzugehen. Das EU-Parlament forderte, dass das Suchmaschinengeschäft separat von anderen Unternehmensbereichen zu führen sei. Ein Jahr später folgte die Reaktion von Google: Das Unternehmen wurde in die neue Alphabet Inc – einem neuen Mutterkonzern – eingegliedert.

Google is not a conventional company. We do not intend to become one.

Alphabet ist eine Sammlung von Unternehmen, von denen Google das mit Abstand Größte ist. Dass Google von dieser Änderung sein Monopol im Bereich Suchmaschinen verlieren wird, ist zu bezweifeln. Das Europaparlament hätte weitaus früher beginnen müssen, eine Monopolstellung zu unterbinden – rund acht Jahre früher.

Amerikanische vs. deutsche Unternehmen

Wer die Unternehmen, die eine Monopolstellung genießen, genauer untersucht, wird feststellen, dass viele von ihnen in den USA beheimatet sind. Eine kuriose Geschichte, die bei genauerem Hinsehen äußerst logisch ist. Der amerikanische Markt ist das Mekka derer, die mit relativ wenig Aufwand ihre Idee verwirklichen können. In Deutschland (und anderen europäischen Ländern) ist es schwieriger, eine gute Idee in die Tat umzusetzen. Gescheitert wird an folgenden Punkten:

  1. bürokratischer Aufwand
  2. Steuern und andere Abgaben
  3. finanzielle Unterstützung

Die Kombination dieser drei Punkte ist der Hauptgrund, warum viele gute Ideen genau das bleiben – ein Gedanke. In den USA ist es einfach, einen Business-Angel von seiner Idee zu überzeugen und die nötige Finanzierung zu erhalten. Auch gibt es dort attraktive Standorte, wo Steuern gering und der Aufwand, ein Unternehmen zu gründen und managen, minimal sind.

Deutsche Unternehmen haben von Anfang an einen Nachteil in diesem Rennen, da sie viele Hürden überwinden müssen, die ihre amerikanischen Kollegen nicht einmal kennen. Viele Firmen haben das Problem inzwischen erkannt und warten nicht länger darauf, dass ihr Heimatland entsprechend reagiert. Sie gründen ihre Firma in den USA.

Ausblick auf das Jahr 2016

Der Tod von Facebook wird jedes Jahr prophezeit – eingetroffen ist er nicht. Ganz im Gegenteil: Der Anteil an Nutzern steigt von Jahr zu Jahr um mehrere Prozent. Ein Ende ist nicht in Sicht, wenn man bedenkt, welche Länder und Regionen der Welt noch kein Internet haben. Mark Zuckerberg möchte afrikanischen Ländern kostenloses Internet spendieren. Der Gedanke dahinter ist logisch: Mit dem kostenlosen Internet werden sich diese Menschen ein Konto bei Facebook erstellen.

Unternehmen mit Monopolstellung sind schwer zu vertreiben. Das Problem liegt darin, dass es gibt. Viele Monopole haben ihre Stellung erreicht, weil man ihnen freie Hand ließ. Ein gutes Beispiel ist Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows, welches auf Millionen Rechnern rund um die Erde installiert ist. Windows 7 alleine befindet sich auf rund jedem zweiten Rechner.

Je länger ein Monopol besteht, desto mehr gewöhnen sich Menschen an das Produkt oder die Dienstleistungen. Folglich wird es schwieriger, sie von Alternativen zu überzeugen – selbst wenn diese besser sind. An dieser Situation wird sich auch 2016 nichts ändern. Ziel sollte es sein, die Entwicklung eines Monopols frühzeitig zu stoppen.

 

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