Neue Konkurrenz für die Monopol Suchmaschine Google


12. Januar 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Trends,Wissenswertes



Google ist nach wie vor der weltweit führende Suchmaschinenbetreiber. In Deutschland besitzt das Unternehmen einen eindrucksvollen Markanteil von über 90 Prozent. Alle anderen Konkurrenten besitzen einen kleinen Anteil. Ihr Ziel ist es, Google möglichst viele Markanteile abzuknüpfen.

Die Konkurrenten von Google im Überblick

BackRub nannte Google den Vorgänger seiner heutigen Suchmaschine. Die erste Version startete im Jahr 1996 und wurde zwei Jahre später durch den heute bekannten Suchdienst Google abgelöst. Der frühe Start des Dienstes sicherte dem Unternehmen seine weltweit führende Marktposition. In Deutschland lag der Marktanteil im November 2015 bei 96,16 Prozent.

Neben Google gibt es eine Vielzahl von anderen Suchmaschinen. Einige von ihnen schließen sich zusammen, um eine ernsthafte Konkurrenz zu Google zu werden. Microsoft beispielsweise ging 2009 eine Kooperation mit Yahoo ein. Das Portal Yahoo integriert seit dem Bing als Suchfunktion.

Ein Überblick über die alternativen Suchmaschinen (Marktanteil ≥ 0,05 %):

  • Bing: Die im Jahr 2009 von Google gegründete Suchmaschine besitzt in Deutschland einen Marktanteil von 2,43 Prozent. Bing hat sich seit dem Marktstart zur zweitbeliebtesten Suchfunktion in Deutschland entwickelt.
  • Yahoo: Mit über 700 Millionen Nutzern ist Yahoo eines der größten Internetportale der Welt. Die Suchfunktion Yahoo nutzt seit der Kooperation mit Microsoft die Technologie Bing. Der Erfolg ist mäßig, Yahoo befindet sich auf Platz drei.
  • Ask: 1996 startete die Suchmaschine Ask Jeeves. In den USA ist die heute als Ask.com bekannte Suchmaschine relativ beliebt. In Deutschland belegt der seit 2006 verfügbare Suchmotor den vierten Platz.
  • T-Online: Die Deutsche Telekom besaß ursprünglich das Internetportal T-Online inklusive eigener Suchfunktion. Seit 2015 wird die Suche durch Google bereitgestellt.
  • AOL: Ein weiteres Internetportal mit eigener Suchfunktion. Die deutschen Niederlassungen wurden 2009 geschlossen.
  • Yandex: Russlands führende Suchmaschine, die in Deutschland nie Fuß fassen könnte. Yandex besitzt eine deutsche Niederlassung in Berlin.

Der Untergang der kleinen Suchmaschinenbetreiber

Kleine Suchmaschinenbetreiber wie Ask.com, T-Online, AOL und Yandex können sich gegen die Konkurrenz nicht behaupten. Ihr Marktanteil ist mit unter 0,20 Prozent so gering, dass sie für Google keine Konkurrenz darstellen. Die beiden größten Konkurrenten, Bing und Yahoo, versuchen derweilen, mit ihrem Zusammenschluss Google einige Marktanteile zu stehlen – mit mäßigem Erfolg. Bing gab im April 2015 an, im Monat März einen Marktanteil von 20,1 Prozent bei der Desktopsuche erreicht zu haben (Markt: USA). Tatsächlich sieht der amerikanische Markt etwas lockerer aus als in Europa, wo Google mit Marktanteilen von über 90 Prozent dominiert.

Die genannte Statistik hat einen Knackpunkt: Microsoft bezog sich auf die Desktopsuche, ohne sich auf mobile Geräte zu konzentrieren. In dem Bereich hat Google einen entscheidenden Vorteil: Mit seinem Betriebssystem Android dominiert es den Markt der Mobiltelefone.

Klein aber oho: Das Aufstreben der neuen Suchmaschinenbetreiber

Während Yahoo und Bing um die Marktanteile von Google kämpfen, gibt es Suchmaschinenbetreiber, die gar nicht erst an diesem Wettrennen teilnehmen. Sie konzentrieren sich auf einen Nischenmarkt, dessen Nutzer andere Wünsche haben.

Einer dieser Suchmaschinenbetreiber ist DuckDuckGo. Das 2008 gegründete Unternehmen richtet sich an Menschen, die ihre Privatsphäre schützen möchten. Eigenen Angaben zufolge verzichtet DuckDuckGo auf Tracking. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, nutzt DuckDuckGo intelligente Suchfunktionen. Eingaben wie zum Beispiel what is my ip gibt die aktuelle IP-Adresse aus. Ebenfalls interessant sind die sogenannten Bangs, die Nutzern helfen, schneller ans Ziel zu gelangen. Über den Begriff !yt katzenvideos steuert DuckDuckGo das Portal YouTube an und sucht automatisch nach Katzenvideos. Die zahlreichen Funktionen sind erfolgreich. Derzeit verbucht DuckDuckGo täglich über zwölf Millionen Suchanfragen, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Neben DuckDuckGo gibt es viele weitere neue Suchmaschinenbetreiber, die sich auf einen Nischenmarkt konzentrieren. Verbraucher, die ihre Privatsphäre schützen möchten, stellen einen lukrativen Markt dar. Eine Alternative zu DuckDuckGo ist Oscobo aus Großbritannien. Derzeit fokussiert sich Oscobo noch auf den Markt in Großbritannien. Eine Ausweitung auf Europa steht auf dem Plan.

Die Chancen, dass die Marktherrschaft von Google ein Ende hat

Die Marktanteile von Google in Europa deuten bereits darauf hin, dass die Chancen, dass jemand dem Suchmaschinenbetreiber ernsthafte Konkurrenz macht, relativ gering sind. Das Problem von Suchmaschinen wie DuckDuckGo und Oscobo ist, dass sie sich an einen Nischenmarkt richten. Sie nutzen eigene Algorithmen, die bei Weitem nicht mit denen von Google konkurrieren können. Folglich sind die Ergebnisse nicht immer zufriedenstellend. Das schreckt viele Nutzer ab, sodass sie zu Google zurückkehren.

Das größte Problem der Suchmaschinen sind folglich ihre Ergebnisse. Nutzer möchten möglichst schnell das gewünschte Resultat erhalten. Die kleinen Suchmaschinen können aber nur dann wachsen, wenn immer mehr Menschen sie nutzen. Ein Teufelskreis, der kein Ende zu nehmen scheint.

In den USA ist die Marktpräsenz von Google mit über 60 Prozent weitaus weniger markant als in Europa. Bing und Yahoo haben hier größere Chancen, mit Google zu konkurrieren. Ob sie diese Chance auch nutzen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Fakt ist, dass die mobile Suche immer bedeutender wird. In diesem Bereich hat Google mit seinem Betriebssystem einen großen Vorteil. Bing und Yahoo könnten versuchen, sich mit Apple zusammenzuschließen. Das Unternehmen aus Cupertino plant aber Gerüchten zufolge eine eigene Suchfunktion. Apple scheint mit seinen iPhones und iPads als einziges Unternehmen die Möglichkeit, Google ernsthaft anzugreifen.