Oculus – Next Big Thing?


30. März 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,News,Trends


Oculus - the next big thing?

Oculus – Next Big Thing?

Über kaum einen Trend in der Videospielbranche wird aktuell mehr berichtet und diskutiert als über virtuelle Realitäten. Vorreiter dieser neuen Bewegung ist die Oculus Rift, eine virtuelle Brille, mit der der Spieler direkt in die Welt seines Spiels eintauchen kann.

Was ist so eine Rift überhaupt?

Die Oculus Rift sieht ein bisschen aus wie eine Skibrille, jedoch steckt einiges an Technik in diesem Head-Mounted Display, wie so eine Brille noch genannt werden kann. Im Inneren der Oculus Rift stecken zwei Bildschirme für jeweils eins der beiden Augen des Spielers. Diese Displays werden durch zwei Lupenlinsen angeschaut und stark vergrößert. Praktisch für Brillenträger: Die Oculus Rift kommt mit Wechsellinsen sowohl für Kurzsichtige als auch für Weitsichtige. Durch Sensoren, die im Headset liegen, kann die Brille auf Kopfbewegungen des Spielers reagieren und führt diese im Spiel aus.

This week, we started shipping Oculus Rift. I'll be showing you what's inside the box and taking some of your questions.

Posted by Mark Zuckerberg on Dienstag, 29. März 2016

 

Seit Januar kann die Oculus Rift bereits vorbestellt werden, Ende März soll die Hardware dann an die Käufer versendet werden. Der Kostenpunkt liegt bei der ersten richtigen Version für den freien Markt in Deutschland bei über 700 Euro, das ist deutlich mehr als das Unternehmen ursprünglich geplant hatte. Eigentlich sollte die Brille für 300 bis 400 Euro über die Ladentheke gehen.

Was kann die Virtual-Reality-Brille?

Gender Swap – Experiment with The Machine to Be Another from BeAnotherLab on Vimeo.

 

Der Markt für Spiele in der virtuellen Realität ist bisher noch relativ klein. Die Computerspiele müssen für eine Verwendung mit der Oculus Rift entweder neu programmiert oder stark verändert werden, es darf jedoch erwartet werden, dass sich auch große Spieleentwickler diesem Thema annehmen, sobald abzusehen ist, dass die Brille beim Konsumenten gut ankommt.

Gespielt werden solche Videospiele übrigens mit einem Controller für die XBox-One, der im Lieferumfang enthalten ist, eine weiterer Touch-Controller kann ebenfalls optional dazu gekauft werden. Doch nicht nur für Spiele ist die virtuelle Brille sinnvoll. Auch anderweitige Software zum Beispiel zum Thema Architektur oder Straßenbau können diese Technik sinnvoll in ihre Planungen miteinfließen lassen.

Was hat Facebook damit zu tun?

Großes Aufsehen erregte die Oculus Rift bereits im Jahre 2014, als das eigentliche Herstellerunternehmen Oculus vom Internetriesen Facebook aufgekauft wurde. Dieser Kauf wurde von vielen Befürwortern der Virtual-Reality-Brille negativ aufgenommen, außerdem zogen sich die Macher des Welterfolgs Minecraft aus Überlegungen über eine Rift-Version des Computerspiel-Klassikers zurück.

Der Kaufpreis belief sich dabei auf circa 2 Milliarden US-Dollar, von denen 1,6 Milliarden US-Dollar in Facebook-Aktien ausgezahlt wurden.

Was sind die Konkurrenzprodukte?

Doch nicht nur die Facebook-Tochter Oculus wartet auf dem aktuellen Spielemarkt mit einer solchen virtuellen Brille auf, auch andere Hersteller haben bereits jetzt oder in naher Zukunft solche Produkte im Programm. Die günstige Variante kommt dabei vor allem von einem anderen Internetriesen, nämlich Google. Google verkauft unter dem Namen Google Cardboard Halterungen, in die das Smartphone gesteckt werden können. Auch bei dieser Technik wird das Bild des Handys durch zwei Linsen vergrößert, der Virtual-Reality-Effekt lässt jedoch zu wünschen übrig, die im Handy verbauten Sensoren können die Kopfbewegungen des Trägers nicht gut nachvollziehen, oft ruckeln sie auch. Zudem ist diese Variante auf Apps aus den App-Stores oder 360-Grad-Videos auf Videoplattformen wie YouTube beschränkt, dafür kostet die günstigste Variante aus Pappe nur wenige Euro.

Auch Samsung hat eine Brille im Angebot, die sogar über Google Cardboard hinausgeht. Zwar wird auch hier nur ein Smartphone in eine Vorrichtung geklemmt, allerdings beinhaltet die Brille eigene Sensoren, die das Headtracking des Spielers verbessern. Für diese Technik können jedoch nur einige Smartphones von Samsung verwendet werden, der Kostenpunkt der Brille an sich liegt bei rund 100 Euro.

Mit LG steigt ein weiterer Smartphone-Hersteller mit ins Geschehen ein, die Brille dieses Herstellers bringt jedoch neben Sensoren auf eigene Displays mit. Funktionieren tut die 360 VR jedoch nur dann, wenn ein Handy, das LG G5, an die Brille angeschlossen ist. Infos über den Verkaufsstart des Produkts und seinen Preis gibt es bisher nicht.

Die beiden einzigen Konkurrenzprodukte, die sehr ähnlich wie die Oculus Rift funktionieren, kommen von den Herstellern HTC und Sony. Die HTV Vive, eine Brille die das Smartphoneunternehmen gemeinsam mit Valve entwickelt hat, ist besonders darauf ausgelegt, sich innerhalb eines Raumes bewegen zu können. Dazu werden zwei Handcontroller mitgeliefert, mit denen der Spieler mit In-Game-Gegenständen interagieren kann. Die HTC Vive soll im April auf den Markt kommen und kostet mit 900 Euro mehr als das Produkt der Facebook-Tochter.

 

Sony verfolgt mit seiner Brille Playstation VR einen etwas anderen Ansatz. Während die Brillen von Oculus und HTC für den PC-Spieler gemacht sind, funktioniert Sonys Brille nur mit der Playstation 4. Mit den hauseigenen Controllern PS Move, die der Spieler für je 35 Euro dazu kaufen kann, lassen sich Gegenstände in der Spielwelt benutzen, auch die Nutzung des normalen Playstation-Controllers ist jedoch möglich. Die Playstation VR soll ab Oktober 2016 erhältlich sein und rund 400 Euro kosten.

Das große neue Ding?

Ist die Oculus Rift (oder eines der Konkurrenzprodukte) jetzt das große neue Ding in der Welt der Videospiele? Die ersten Tests der Konsumentenversion sind sehr positiv und die Möglichkeiten einer solchen Brille schier unendlich. Ehemalige Schwächen der Oculus, wie Gewicht und Unwohlsein des Spielenden, sind ausgemerzt und nicht nur Gamer, sondern auch normale Internetnutzer können die Brille für zum Beispiel einen virtuellen Gang durch das nächste Reiseziel nutzen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Brille auf lange Sicht in der breiten Masse durchsetzen wird, ein großes Potenzial hat die Oculus Rift jedoch auf jeden Fall.
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