Oneplus 3 – Ein Startup mischt den Markt auf


11. August 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Trends


oneplus 3

 

Große Hersteller wie Samsung, Apple und HTC beglücken ihre Kunden mit neuen Smartphones am laufenden Band. Oneplus tanzt in dieser Hinsicht erkennbar aus der Reihe: Der chinesische Technikkonzern hat mit seiner gleichnamigen Handyserie erst drei Smartphones konzipiert und – wenigen Glücklichen – per Einladung zum Verkauf angeboten. Dies allerdings sehr erfolgreich, sodass das junge Start-up-Unternehmen aus Fernost seit Mitte Juli diesen Jahres das vierte Super-Handy verteilt. Was das Oneplus 3 im Einzelnen auf dem Kasten – oder besser gesagt auf der Scheibe – hat, für wen sich Kauf und Benutzung lohnen und wie die weiteren Aussichten für den Einser-Konzern aussehen, erläutern die folgenden Zeilen.

Erst eins, dann zwei, dann X, dann vier …

Wie bereits erwähnt, stellt das Oneplus 3 das vierte und nicht, wie man leicht vermuten könnte, das dritte Smartphone aus dem Hause Oneplus dar. Dies hat nichts damit zu tun, dass die Chinesen das Rechnen verlernt hätten: Bereits im Oktober 2015 folgte auf das Oneplus 2 das Oneplus X, welches eingerechnet der Premiere alias Oneplus One eben das dritte Smartphone der experimentierfreudigen Handytüftler aus Shenzen ausmacht. Richtig aktiv im Handywesen ist Oneplus demnach seit 2014, dem Jahr, welches auch als das Geburtsjahr des jungen Technikgiganten gilt. Neben seinen Flagschiffen hat Oneplus übrigens keine weiteren Handys, dafür aber eine ganze Stange an Zubehör konzipiert. Insbesondere Lautsprecher und externe Akkus gehören mittlerweile fest in die Produktpalette von Oneplus.
Doch wie dem auch sei: Das Erfolgsrezept sieht der Konzern in einer Mischung aus Exklusivität und fairer Preispolitik, denn wer eines der Handys haben möchte, benötigt zunächst eine „Invite“, zu deutsch eine Einladung. Und die gibt es nur über Freunde, die ein Oneplus-Gerät bereits besitzen, oder aber durch das Unternehmen selbst. Wer etwa auf Facebook & Co. kräftig die Werbetrommel rührt, hat auch gute Chancen, die Bestellerlaubnis für ein Oneplus zu erhalten. Angesichts der niedrigen Preise, die oftmals nur 50 Prozent der Konkurrenzsummen ausmachen, hat das Unternehmen in seinem Heimatland mittlerweile die Stellung eines regelrechten Insider-Konzerns eingenommen – und bestens gegenüber Apple & Co. verteidigen können.
Hierzulande hat Oneplus eher weniger zu sagen, doch nun bricht der Konzern mit seinem „Einkauf-auf-Bestellung“-Prinzip und angesichts einer gehörigen Portion an Technik aus der Oberklasse sowie Preisen aus der Mittelklasse droht der China-Mann den großen Global Playern tatsächlich das Wasser abzugraben …

Ein Design wie aus dem Lehrbuch

Die Ähnlichkeiten zwischen dem vierten Oneplus-Handy und dem allseits bekannten iPhone (6. Generation) liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand, doch dafür braucht sich der Handytüftler nicht zu schämen. Schließlich ähneln sich die diversen Modelle ohnehin in vielerlei Hinsicht – warum das Rad neu erfinden, wenn es sich ohne Murren dreht? Zudem hat Oneplus einige eigene Elemente wie etwa sein Logo und zwei Trennlinien, die jeweils in Form einer zusätzlich gefärbten Kerbe über die Breitseite verlaufen, in das Designkonzept fließen lassen. Angeblich sollen sich in diesen Linien die Antennen des Geräts befinden, was bisweilen allerdings noch nicht bestätigt wurde.
Zu bestätigen ist allerdings die Aussage von Oneplus, ein möglichst handliches und dennoch großes Smartphone konzipiert zu haben: Der hauchdünne und zudem abgerundete Displayrand, das sportliche Gewicht (158 Gramm) und das schlichtweg sehr angenehme Aluminiumgehäuse, das aus einem einzigen Edelstahlblock gefräst wurde, heben den Handlingsaspekt deutlich an. Farblich gesehen gibt es das Modell übrigens in zwei Versionen: Eine graphitgraue und eine goldene, wobei letztere Variante mit einer weißen Frontverkleidung daherkommt, sind aktuell in vielen Händlershops zu beziehen.
Ebenfalls von außen gut zu erkennen ist der USB-C-Anschluss. Hierüber lässt sich das Handy sowohl mit Dateien als auch mit Energie speisen. Und das dank Schnellladeoption sogar erstaunlich flott: Nach einer halben Stunde am USB-C-Kabel sind satte 60 Prozent des Akkus aufgeladen, was die (aktive) Nutzung von gut 6 Stunden ermöglicht.
OnePlus 3 Frontansicht

OnePlus 3 Frontansicht

OnePlus 3 Rückansicht

OnePlus 3 Rückansicht

Technik ohne Macken

Ganz gleich, ob der Prozessor, der Bildschirm oder die Kamera unter die Lupe genommen wird: Gravierende Patzer hat sich Oneplus nicht geleistet, hier und da aber wohl etwas geschlafen. So kann das Modell zum Beispiel mit einem 6 GB großen RAM und einem 64 GB großen ROM dienen. Eine Erweiterung der Speicher ist allerdings leider, leider nicht möglich, da ein entsprechender Speicherkartenslot fehlt.

Erstaunlich dabei: Das Oneplus 3 hat einen Zweifach-Sim-Karten-Steckplatz an Board! So lassen sich zum Beispiel berufliche von privaten Aufgaben/Telefonate voneinander trennen. Im Inneren steckt ein Snapdragon-820-Prozessor, der in Zusammenarbeit mit dem 6 GB großen Arbeitsspeicher eine absolute Top-Perfermance an den Tag legt. Selbst mit den aktuellen Highspeed-Handys wie dem iPhone 6S Plus sowie dem Galaxy S7 kann das Smartphone mühelos Schritt halten. Etwas Kritik muss allerdings der Bildschirm verkraften: Die 5,5 Zoll große Anzeige löst ihre Inhalte grundsätzlich sehr scharf und farbreich auf, hat in puncto Helligkeit jedoch das Nachsehen.

Konkurrenzmodelle lassen sich unter direktem Sonnenschein durchaus besser nutzen. Überhaupt scheint der Faktor Helligkeit dem Unternehmen nach wie vor Probleme zu bereiten, denn auch die Kamera tut sich in dieser Hinsicht schwer: Ist genügend natürliches Licht vorhanden, brilliert die 16 Megapixel starke Hauptkamera mit erstklassigen Fotos, doch zu späterer Abendstund lassen sich recht schnell Farbverfälschungen auf den Aufnahmen erkennen.
Als Betriebssystem kommt Android 6.0.1 zum Einsatz. Dies allerdings nur in der Rohvariante, denn Oneplus hat auch seinem vierten Modell die hauseigene Benutzeroberfläche Oxygen OS verpasst. Hierfür ist mittlerweile auch ein Update auf die Version 3.2.2 zu haben, was unter anderem einige Sicherheitslücken schließt. Zu guter Letzt sei noch auf den Fingerabdrucksensor hingewiesen. Dieser arbeitet nun – dank des erwähnten Updates – sehr zuverlässig und schaltet sich automatisch ab, sobald das Handy in die Hosentasche gleitet.

Mit dem Plus an die Spitze

Mit dem Oneplus 3 ist ein durchaus leistungsfähiges und überzeugendes Smartphone erschaffen worden. Zwar hat das Modell – immer noch – erkennbare Schwächen, doch selbst bei Serien wie der Galaxy-Schiene (Samsung) sind ungeachtet dutzender Ausführungen offensichtlich nie alle Gemüter zufriedengestellt. Dass Oneplus hierzulande eher ein Randdasein führte, könnte sich mit dem vierten Modell ungeachtet seiner Kritikpunkte ohne Frage ändern, denn nun sieht der Hersteller eben erstmals von seinem Invite-Programm ab, sodass ab sofort wirklich jedermann in den Genuss des überaus günstigen und technisch dennoch topaktuellen Smartphones gelangen darf.

Ob der vierte Streich dem Oneplius-Konzern endlich den Durchbruch bringt, werden also erst die kommenden Monate beziehungsweise die folgenden Verkaufszahlen des nun gut 400 Euro preiswerten Oneplus 3 offenbaren. Die Chancen hierfür sehen zumindest sehr gut aus.