Raspberry Pi 2 – Pocket Computer für viele Anwendungen


17. April 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Der Raspberry Pi 2 ist ein kleiner Alleskönner

Seit Februar 2015 gibt es den neuen Raspberry Pi 2 Model B. Der Prototyp des Ein-Platinen Mini-Computers wurde 2006 von der britischen Raspberry Pi Foundation für Schüler und Studenten entwickelt, die mithilfe des handlichen Computers den spielerischen Umgang mit Hardware-Komponenten und Programmiersprachen erlernen sollten. Schon der erste Raspberry Pi war ein voller Erfolg. 

Technisches

Der Raspberry Pi 2 ist – verglichen mit normalen PCs – verhältnismäßig einfach aufgebaut. Alles, was das Gerät zum Funktionieren benötigt, ist auf der Scheckkarten großen Platine untergebracht, wird nachträglich installiert oder als Hardware Komponente hinzugefügt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Computern, die zur Datenspeicherung Festplattenlaufwerke verwenden, legt der User beim Raspberry Pi 2 alle Daten auf einer MicroSD Speicherkarte, einem externen Speichermedium oder einem USB-Speicher-Stick ab. Der Mini-Computer arbeitet mit einem leistungsstarken QuadCore BCM2836 Prozessor mit 900 MHz Taktfrequenz. Dem User stehen 1024 MB RAM-Speicher zur Verfügung. Als Grafikprozessor fungiert ein DualCore Broadcom VideoCore IV, der HD-Videos dekodieren und über die HDMI-Schnittstelle ausgeben kann. Der kleine Computer ist mit entsprechender Programmierung sogar mobil einsetzbar. Er unterstützt verschiedene Betriebssysteme, die sich der Nutzer aus dem Internet herunterlädt und auf der MicroSD-Karte speichert. Außer Linux sind RISC OS 5, Plan 9, FreeBSD, NetBSD, Raspbian und demnächst auch eine speziell angepasste Windows 10 Version installierbar. Weitere Open Source Betriebssysteme kann sich der User mithilfe des NOOBS Installer oder BerryBoot schnell und unproblematisch einrichten.  Der 93 x 63,5 x 20 mm kleine Mini-PC ist zwar etwas größer als seine Vorgänger, passt aber mit diesen Ausmaßen immer noch bequem in die Hosentasche. Das Fliegengewicht ist sechsmal flinker als die älteren Raspberry-Modelle. Es verfügt über diverse Anschlüsse: Ein Mini-USB-Anschluss versorgt das Gerät mit Strom. Außerdem sind vier USB 2.0-Anschlüsse vorhanden. Die Ton-Wiedergabe erfolgt über einen digitalen HDMI-Anschluss, der analog als 3,5 mm Klinken-Anschluss genutzt werden kann. Eine 100 MBit LAN-Buchse verbindet mit dem Internet. Auf dem Mainboard befinden sich diverse Steckplätze, die vor allem für Bastler interessant sind: Eine frei programmierbare GPIO Schnittstelle steuert nach entsprechender Programmierung Funk-Steckdosen, LED-Lampen und Sensoren an. Displays können über die DSI Schnittstelle mit dem kleinen Wunderwerk verbandelt werden. An der CSI Kamera Schnittstelle ist eine separat erhältliche 5 Megapixel Kamera anschließbar.
User, die technisch nicht so versiert sind, können die Schritt-für-Schritt Anleitungen im Internet verwenden, wenn sie den Funktionsumfang ihres Computers erweitern möchten. Dort findet der interessierte Nutzer auch alle Programmier-Befehle und die erforderlichen Hardware und Software Komponenten.

Raspberry Pi 2 mit eigener Cloud

Wer sich auf seinem Raspberry Computer eine eigene Cloud einrichtet, muss nicht mehr um die Sicherheit seiner Daten fürchten. Er greift über die owncloud App von Android und iOS jederzeit und überall auf seine Daten zu. Zuerst muss er allerdings das Betriebssystem Raspbian installieren. Außerdem benötigt er für seine eigene Cloud noch Apache2, SQLite und PHP5.

Raspberry Pi 2 als Home-Office PC verwenden

User, die sich Raspbian aus dem Internet herunterladen und auf der MicroSD-Speicherkarte installieren, können ihren Mini Computer auch als Desktop PC nutzen. Über die HDMI Schnittstelle wird er mit einem Monitor verbunden. An Zubehör benötigt man eine SD-Karte mit mindestens 16 GB Speicherplatz, ein Netzteil mit Mikro-USB-Anschluss, ein Gehäuse, ein HDMI und Ethernet Kabel, eine Maus, eine Tastatur und – falls man mobiles Internet haben möchte – einen Internet USB-Stick. Der kleine PC eignet sich zum Erstellen von Texten und Grafiken. Außerdem kann man mit ihm im Internet surfen, Emails schreiben und Spiele wie Quake III und Minecraft spielen.

Raspberry Pi 2 als Multi-Media Allrounder

Auch als Multi-Media-Gerät macht sich der kleine preisgünstige Computer gut. Mit dem kostenlosen Betriebssystem Openelec verwandelt man ihn in eine einfach zu bedienende Multimedia Plattform. Über HDMI schließt man das Gerät an den Fernseher an und startet dann die Installation. Tipp: Mit einer am Computer angebrachten Tastatur machen sich die Eingaben leichter. Das Gerät gibt Videos ohne Geruckle in HD-Qualität wieder. Dazu greift es auf Netzwerk-Daten oder – über die USB-Schnittstelle – auf ein externes Speichermedium zu. Als Fernbedienung kann man die Logitech Harmony oder die AppleTV Remote verwenden. Alle handelsüblichen Infrarot-Fernbedienungen funktionieren mit dem FLIRC Infrarot-Adapter, der über den PC mit der betreffenden Fernbedienung gekoppelt und dann in den Raspberry Pi 2 gesteckt wird.

Raspberry Pi 2 als NAS Server

Um den Mini Computer als kleinen Heimserver einzurichten, muss der Nutzer lediglich zuvor OpenMediaVault installieren. Ein Raspberry Pi 2 als NAS Server macht sich besser als eine mit dem Router verbundene Festplatte, da er wesentlich mehr Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Wer seinen kleinen Computer zu einem Heimserver ausbauen möchte, kann die Konfiguration über Tastatur und Monitor direkt am Raspberry Pi 2 durchführen. Der frisch gebackene NAS Server arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 9 MB/s. Über ein einfach zu bedienendes Interface und eine normale USB-Festplatte lassen sich dann virtuelle Laufwerke und weitere Nutzer verwalten.

Raspberry Pi 2 für die Heim-Automatisierung

Technik-Fans, die es in ihrem Alltag gern bequem und sicher haben möchten, können sich ihr Gerät so programmieren, dass es sie früh am Morgen mit ihrem Lieblings-Film weckt, automatisch das Licht einschaltet und den Kaffeeautomaten in Gang setzt. Dazu muss man zuvor nur die gewünschte Weck-Zeit über den Browser seines Smartphones einstellen und einige Programmierungen vornehmen. Überall im Haus angebrachte Funk Steckdosen von 433 MHz steuert man über einen im Handel erhältlichen 433 MHz Sender und kostenlos downloadbare Server Software, die Android Apps wie RC Plugs enthält. Auch das Open Source Projekt Pilight bietet Programme zur Steuerung von Funkprotokollen und Einbindung von Fernbedienungen an. Mithilfe der Geofency App und dem „Motion“-Paket kann der User in seinem Zuhause und sogar im Auto GPS kontrollierte Bereiche definieren, in denen dann Programme arbeiten, die Bewegungen erkennen und Räume überwachen. „Jasper“ sorgt dafür, dass die Programme noch zusätzlich über Sprachbefehle funktionieren.

Zubehör

Da der kleine Computer so vielseitig nutzbar ist, gibt es auch dementsprechend viele Zubehör-Teile. Wer gerne Fotos schießt oder private Videos dreht, kann seinen Mini-Computer mit einer speziellen Raspberry Kamera sinnvoll ergänzen. Auch sie ist für wenig Geld zu haben. 150 MBit/s WLAN im n-Standard erhält der Nutzer, wenn er einen EDIMAX EW-7811UN Wireless kauft und ihn in den passenden Port steckt. Als Netzteil verwendet man am besten ein Micro-USB-Netzteil mit 5V und mindestens 2 Ampere. Zum Speichern des Betriebssystems dient eine MicroSD-Karte, die idealerweise mindestens 16 GB Speicherplatz zur Verfügung stellt. Empfohlen werden schnelle Class 10 Karten. Und schließlich das Gehäuse: Hier hat der User die Qual der Wahl zwischen diversen Modellen. Preisgünstige belüftete Boxen aus Kunststoff kosten etwa 5 Euro, Gehäuse aus Holz und Acryl sind etwas teurer. Die meisten Boxen haben Füße aus Gummi und eignen sich sogar für die Montage an der Wand.