Schnelle Datenspeicher – aber sicher


4. September 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Welches Speichermedium passt am besten?

Je stärker die Digitalisierung unseren Alltag prägt, desto umfangreicher werden auch die Datenmengen, mit denen wir umgehen. Früher füllten CDs, DVDs oder sogar Video-Kassetten die Regale – heute sind große Datenspeicher im Computer gefragt. Wer der Datencloud misstraut oder seine Daten unabhängig speichern möchte, ist mit einer leistungsstarken Festplatte gut beraten. Inzwischen sind Typen für jeden Anwendungsbedarf auf dem Markt.

Meine Daten gehören mir

Speicherkapazität ist ein zentrales Thema, seit es Personal Computer gibt. Einfache Textdateien konnte man problemlos unterbringen – schwieriger wurde es, als vermehrt Fotos, Grafiken und Mediendateien hinzukamen. Musik und Filme digital verfügbar zu haben, kostet Platz. Auch in mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets & Co spielt das Thema Speicher eine Rolle.

Sprach man einst über Megabyte, geht es längst um Terrabyte – also um Größenordnungen ab einer Milliarde Bytes. Klar, umfangreiche Datensätze wie komplexe Layouts, hochaufgelöste Fotos oder Filme fressen Platz.

Kein Wunder, dass Internet-Provider oder Computerbauer wie Apple mit Datenclouds einen Rundum-Sorglos-Service versprechen:

„Laden Sie Ihre Daten einfach bei uns hoch“, heißt es da – „und greifen Sie jederzeit und von überall darauf zu“.

Klingt zwar gut, aber kritische Benutzer misstrauen der Sicherheit ihrer Daten.

Festplatten: schnell, leise, leistungsstark

Viele Anwender bevorzugen eigene Speichermedien in Form von Festplatten. Die angebotenen Lösungen – ob klein, handlich und mobil oder für den Festeinbau konzipiert – halten in ihrer Leistungsfähigkeit leicht mit dem erhöhten Speicherbedarf mit. Festplatten unterscheiden sich in zwei Typen:

  • HDD-Festplatten (Hard Drive Disks) waren lange Zeit der Standard in der Speichertechnik. Hier rotiert eine magnetisierbare Speicherscheibe mit hoher Geschwindigkeit unter dem beweglichen Lese-Schreib-Kopf, was zu Temperaturentwicklung und Laufgeräuschen führt.
  • SDD-Festplatten (Solid State Disks) arbeiten komplett ohne bewegliche Teile. Sie sind – bei vergleichbarer Kapazität – kleiner, leichter und deutlich energieeffizienter als HDD-Typen. Ihre geringe Wärmeentwicklung und die weitgehende Unempfindlichkeit gegen Erschütterungen machen sie zum idealen Speichermedium für mobile Geräte.

Die Qual der Wahl

Wenn sie deutlich besser sind, warum werden dann nicht generell SSD-Festplatten verbaut? Ganz einfach: Sie sind teils deutlich teurer als HDD-Festplatten. Wer seine Daten also im eigenen Gerät stationär speichern möchte, sollte überlegen, welche Eigenschaften er zwingend benötigt.

  • Im heimischen Rechner ist für den Einbau der größeren HDD-Festplatte ausreichend Platz.
  • Temperaturentwicklung von HDD-Festplatten spielt in den ohnehin gekühlten Gehäusen keine relevante Rolle.
  • Festplattengeräusche sind nicht so laut, dass sie ein relevanter Störfaktor wären.
  • Stationäre Geräte unterliegen zumeist keiner die Bauteile gefährdenden Erschütterungsgefahr.

 

Die Entwicklung der Speichermedien: Von der Diskette zur SSD

Mit Speichermedien angefangen hat alles 1969, als für die Computerserie System /370 eine 8 Zoll-Diskette mit der IBM-Systemsoftware verwendet wurde. Darauf passten 80 Kilobyte – für ein installiertes Windows 10 (64 bit), was 20 GB umfasst, bräuchte man also ganze 250.000 solcher Disketten, die nicht viel mehr als eine Kunststoffscheibe war, die mit magnetisierbarem Eisenoxid beschichtet war.

Bis 1972 konnte man darauf nur lesen, ab diesem Zeitpunkt dann auch Daten schreiben. 1976 folgte die 5 1/4 Zoll Diskette, die 110 bis 1.200 Kilobyte fasste. In den 80ern schafften der Atari ST und Commodore Amiga den Durchbruch im Privatkundenbereich. Dort wurde die 1984 entwickelte 3,5 Zoll-Diskette mit zunächst 720 Kilobyte und später bis zu 200.000 Kilobyte eingesetzt.

Die Speichermedien haben sich im Laufe der Jahre stark verändert: Schneller, kleiner und leistungsstärker

Die Speichermedien haben sich im Laufe der Jahre stark verändert: Schneller, kleiner und leistungsstärker

Während Disketten heute in Europa praktisch keine Bedeutung mehr haben sind CDs auch heute noch teilweise vorhanden. Auf diesen konnten nun auch größere Datenmengen und sogar Musik und kürzere Videos schnell gelesen und geschrieben werden. Die Compact Disk konnte üblicherweise 650 Megabyte speichern, was für 74 Minuten Musik reichte. Noch häufiger vorhanden sind DVDs, die ähnlich aussehen die 4,7 und mehr Gigabyte speichern können. Ebenfalls in Scheibenform kommt die Blu Ray mit bis zu 128 GB daher, die heutzutage für Filme genutzt wird und an der blauen Verpackung zu erkennen ist. Nutzbar sind heutzutage auch Flashspeicher als USB-Sticks mit bis zu mehreren Terrabyte.

Für den Festeinbau im Personal Computer werden heute am häufigsten HDD und SSD genutzt. Die HDD ist die günstige Variante, mit der man viele Daten zentral speichern kann. Sie hat mehrere Magnetscheiben, deren Mechanik sich in Bewegung befindet. Dadurch ist sie auch eine Lärmquelle. SSD können zwar mit dem Speicherplatz nicht mithalten, sind aber weit flotter und auch flüsterleise, da es sich um einen Flashspeicher handelt. Die Vorteile der SSD muss man dementsprechend dann auch mit einem höheren Preis bezahlen.

Ebenfalls vorhanden sind Cloudspeicher, bei dem man seine Daten über das Internet an eine externe Speicherstelle sendet und von dort herunterladen kann.

Welche Daten sollte ich sichern?

Datensicherung ist ein wichtiges Thema. Zwingend sichern sollte man daher folgende Daten:

  • Fotos, Videos
  • Wichtige Dokumente
  • E-Mails

Das Betriebssystem und Anwendungen muss man im Regelfall nicht tauschen.

Wieviele Speichermedien / Speicherorte sollte man nutzen?

Wenn man von überall auf Dateien zugreifen will ist ein zentraler Speicher wie eine Cloud sinnvoll. Darüber hinaus sollte für jedes einzelne Gerät ein einzelner Speicher für das Betriebssystem und grundsätzliche Anwendungen wie Office bereit gestellt werden. Da diese nicht so viel Speicherplatz benötigen reicht auch eine relativ zwar teurerer, aber dafür auch deutlich schnellere Solid State Drive.

Wie lange halten Speichermedien wie SSD?

Die angegebenen Werte beziehen sich auf eine durchschnittliche Benutzung. Kommen extreme Situationen hinzu kann sich die Lebensdauer auch deutlich verlängern oder verkürzen.

  • SSD: mindestens 3 Jahre
  • HDD: 3-30 Jahre
  • USB-Sticks: 2-20 Jahre
  • Floppy: 5-30 Jahre
  • CD, DVD, BluRay: 80-100 Jahre

 

Ob HDD oder SSD: Der Markt bietet ein so vielfältiges Angebot an alltagstauglichen und bezahlbaren Massendatenspeichern, dass jeder Anwender aus mehreren geeigneten Produkten wählen kann. Speicherprobleme gehören eindeutig der Vergangenheit an.

Bildquellen: