Test: Der richtige Monitor für jeden Geldbeutel


5. Dezember 2014 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Ratgeber


Der Monitor-Test als Entscheidungshilfe (Quelle: Bigstock-ID-63478117-by-scyther5)

Weihnachten steht vor der Tür und zahlreiche Hersteller von Elektronikartikeln umgarnen mit günstigen Preisen die noch unentschlossene Kundschaft. Der Monitor zu Hause hat den Geist aufgegeben oder ist einfach schon in die Jahre gekommen? Genau der richtige Zeitpunkt, um sich einen neuen PC-Monitor zu gönnen. Natürlich eignet sich dies auch als nette Überraschung für Freund und Familie . Frische Technik verspricht neue Features, höhere Auflösung und eine noch bessere Bildqualität. Für jeden Geldbeutel gibt es passende Modelle. Im Dschungel unzähliger Monitorangebote fällt es schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei liegt der Fokus im Monitor Test auf Geräten im bezahlbaren Bereich für den Normalverbraucher. Extrem teure Bildschirme für professionelle Grafiker finden keine Berücksichtigung.

Monitor Test bis 200€

Acer S242HLCbid

Das Design des Acer S242hlcbid ist schlicht ausgefallen und ähnelt dem vieler Probanden der Konkurrenz im Low-Budget-Preissegment. Verbaut hat Acer ein TN-Display mit Full-HD-Auflösung (1920×1080 Pixel). Der feste Standfuß gewährt nur wenig Bewegungsfreiheit – lediglich der Kopf des Gerätes lässt sich ein wenig vertikal neigen. Eine zentrale Sitzposition ist erforderlich, da sonst verfälschte Farben die Folge sind. Dafür bietet das Gerät einen guten Helligkeitsumfang. In verhältnismäßig schwach beleuchteten Zimmern sowie in Büroräumen kann damit gearbeitet werden. Die Ausstattung ist auf das Nötigste beschränkt: DVI, HDMI und VGA – mehr gibt es nicht. Dafür glänzt der Acer S242HLCbid mit sehr guten Reaktionszeiten von 2ms. Das Display ist matt und schützt vor Lichtreflexionen, lässt gleichzeitig Farben aber ein wenig zu blass aussehen. Es ist ein brauchbares Gerät für alltägliche Office-Arbeit und schnelle Computerspiele.

  • 24 Zoll mit 1920×1080 Pixel, 60Hz, TN-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 2ms (ISO – Angabe des Herstellers)
  • HDMI, DVI, VGA
  • Preis 130€

Asus VN248H

Auf Wunsch lässt sich der Asus VN248H mit einer Vesa-Halterung (100×100) an der Wand anbringen. Überraschend ist zudem, dass gleich zwei HDMI-Eingänge vorhanden sind. Daher können gleichzeitig neben dem PC auch Spielkonsolen unkompliziert mit dem Gerät verbunden werden. Soundausgabe erfolgt durch die eingebauten Lautsprecher. Dank des IPS-Panels bleiben Farben und Kontraste sehr stabil, Filme und Videos sind also auch für mehrere Zuschauer komfortabel anzusehen. Der angegebene Wert von 2ms Reaktionszeit (gtg) ist etwas hoch gegriffen – besonders für ein IPS-Panel. Dennoch überzeugt auch in diesem Bereich der Hersteller mit einer akzeptablen Pixelbeschleunigung für Computerspiele. Einzige Kehrseite: Die Kontrastwerte sind nur durchschnittlich.

  • 24 Zoll mit 1920×1080 Pixel, 60Hz, IPS-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 2ms (gtg – Angabe des Herstellers)
  • 1x HDMI, DVI, VGA, Lautsprecher, Kopfhöreranschluss, Audioeingang 3,5 mm
  • neigbar
  • Preis 160€

Liiyama B2483HS-B1 

Liyama bringt ungewohnten Komfort in die untere Preisklasse: Das matte TN-Panel mit 1920×1080 Pixel lässt sich dank Pivot-Funktion hochkant positionieren. Der drehbare Standfuß und neigbare Kopf sorgen für eine gute Ergonomie. Das mag zwar aufgrund des geringen Blickwinkels der TN-Technik nicht immer sinnvoll erscheinen, ist aber dennoch ein willkommenes Extra. Bereits in den Werkeinstellungen sind Farben auf einem guten Niveau. Für genauere Feinjustierung ist das Laden eines Farbprofils nötig. Überraschend ist der exzellente Kontrast von 1200 : 1, die Helligkeitsverteilung des Bildschirms schwankt nur um sieben Prozent. Spieler erfreuen sich an dem geringen Input-Lag von 9ms und der flotten Reaktionszeit von 8ms (Durchschnitt), die mit aktivem Overdrive nur leichte Überschwinger produziert. Integrierte Lautsprecher erlauben auch das Betreiben externer Geräte an dem Monitor.

  • 24 Zoll mit 1920×1080 Pixel, 60Hz, TN-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 2ms (gtg), 8ms (Durchschnitt)
  • 1x HDMI, DVI, VGA, Lautsprecher, Kopfhöreranschluss
  • neigbar, schwenkbar, höhenverstellbar, Pivot-Funktion
  • Preis 160€

Fazit

Im Bereich unter 200€ tummeln sich zahlreiche Monitore mit einer soliden Grundleistung. Für Spiele und Multimedia muss nicht zwangsläufig tief in die Tasche gegriffen werden. Selbst IPS-Panels sind dort immer öfter vertreten. Typische Einschränkungen sind die eher mäßige Ausstattung, schlechte Ergonomie und Displays mit maximaler Auflösung in Full-HD.

Monitor Test bis 400€

Asus PB298Q

Darf es ein bisschen mehr sein? Asus setzt bei dem PB298Q auf das Format 21 : 9 mit einer Auflösung von 2560 x 1080 Pixel. Der gewonnene Platz durch das sehr breite Display eignet sich exzellent für das Arbeiten am PC. Excel und andere Anwendungen profitieren dadurch enorm. Sogar die Höhe ist anpassbar, der Kopf dreh- und neigbar. Eine Pivot-Funktion ist vorhanden und lässt den Asus PB298Q regelrecht wie ein Hochhaus emporragen. Eine kleine Schwäche leistet sich das Gerät beim Monitor Test in der Interpolation von Filmen, die nicht in HD vorliegen. Generell ist die native Auflösung zu bevorzugen. In Spielen zeigt das IPS-Panel eine ordentliche Leistung mit aktivierter Trace-Free-Einstellung auf 60 mit 7,4ms im Grauwechsel. Die Probleme rühren eher an der fehlenden Unterstützung eines solch exotischen Formats in Spielen. Fehlt eine native Darstellung, sind schwarze Balken oder Skalierung durch die eher mäßige Interpolation die Konsequenz. Die Werkseinstellungen gehen in Ordnung, lassen aber noch Raum nach oben offen. Für Grafikanwendungen sollte mit einem Colorimeter eine Kalibration durchgeführt werden. Wer lieber einen extrem breiten Monitor anstelle von Zweien zum Arbeiten auf dem Tisch hat, kann hier zugreifen.

  • 29 Zoll mit 2560×1080 Pixel (21 : 9), 24-75Hz, IPS-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 7,4ms (gtg – Trace Free 60)
  • HDMI, DisplayPort, Dual-link DVI-D, Audio In, Kopfhöreranschluss, Lautsprecher
  • neigbar, schwenkbar, höhenverstellbar, Pivot-Funktion
  • Preis 399€

Eizo Foris FS2434-BK 

Fans von Computerspielen sei der Eizo Foris FS2434-BK ans Herz gelegt. Dieser Monitor präsentiert trotz der Bildwiederholungsrate von 60Hz erstaunlich gute Resultate in bewegten Szenen. Der integrierte Overdrive besitzt drei Stufen und bringt in stärkster Einstellung einen schnellen Grauwechsel von 5,2ms zustande. Zwar kann er nicht ganz mit seinen 144Hz-Kollegen mithalten, spielt aber dafür die Vorteile seines IPS-Panels voll aus. Der neigbare Bildschirm lässt sich in seiner Höhe um 6 cm verstellen und zeigt auch von ungünstigen Sitzpositionen keine kritischen Verfärbungen. Als besonderes Feature präsentiert Eizo Smart-Insight und Smart-Resolution. Die Bildoptimierungen verleihen Bildern einen Tick mehr an Schärfe und hellen dunkle Inhalte auf, ohne dabei die Hintergrundbeleuchtung zu verstärken. Gute Aussichten für Zocker also, die neben hoher Bildbeschleunigung auch ein kontrastreiches und blickwinkelstabiles Bild bevorzugen.

  • 24 Zoll mit 1920×1080 Pixel, 60Hz, IPS-Panel
  • 4,9ms (gtg – Herstellerangabe), 5,2ms (gtg)
  • 1 x DVI, 2 x HDMI, 2 x USB 3.0, 1x USB 3.0 Hub, Audio In/Out, Lautsprecher Kopfhöreranschluss
  • höhenverstellbar, neigbar, drehbar
  • Preis 299€

LG 24GM77-B.AEUZ 

LG wildert im Terrain der Profispieler. Mit Full-HD und TN-Panel bietet es auf den ersten Blick nur Standardtechnik an. Der Betrieb in satten 144Hz ermöglicht flüssige und zugleich sehr scharfe Bewegungen. Dank optimierter Backlight-Funktion sind selbst rasche Kameraschwenks gestochen scharf. Stolze 4,5ms stemmt der LG 24GM77-B beim direkten Wechsel zwischen Schwarz und Weiß, der beste Grauwechsel ist mit 1,6ms ebenfalls exzellent. Wirklich löblich ist der gut abgestimmte Overdrive, der selbst im stärksten Modus (144Hz) keine Überhänger produziert. Darüber hinaus überzeugt der Monitor auch mit seinen vorzüglichen Komfortfunktionen. Auf Pulsweitenmodulation (PMW) zur Regulation der Helligkeit verzichtet LG bei diesem Gerät. Störendes Bildflimmern kann also empfindlichen Menschen hier nichts anhaben. Das Display ist nicht nur schwenkbar, sondern kann mit der Pivot-Funktion auch um 90° hochkant gedreht werden. Als Sahnehäubchen liegt dem Paket noch eine kostenlose Download-Version von Ubisofts Assasins Creed Unity bei.

  • 24 Zoll mit 1920×1080 Pixel, 60/144Hz, TN-Panel (matt)
  • 1,6ms (gtg)
  • 2 x HDMI, DVI-D, D-Sub, Kopfhörerausgang, Lautsprecher und USB 3.0 Hub
  • höhenverstellbar, neigbar, schwenkbar, Pivot-Funktion
  • Preis 349€

Fazit

Das mittlere Preissegment ködert bereits mit interessanten Features. Spezielle Techniken verbessern das Reaktionsverhalten der Bildschirme, was vor allem Spielern entgegen kommt. Mehr Ausstattung oder größere Bildschirmdiagonalen sind oft die Regel. Hier gibt es bereits sehr viel Gegenwert für eine Investition.

 

Monitor Test bis 600€

 

Samsung U28D590P

UHD zum Schnäppchenpreis liefert Samsung mit dem U28D590P. Die eher übersichtliche Ausstattung und fehlende Ergonomie erinnern zunächst an die Einsteigerklasse unter den Monitoren. Doch es prangt ein TN-Panel mit sage und schreibe 3840×2160 Pixel in 28 Zoll auf dem Standfuß. Wichtig: Im Vergleich zu anderen, günstigen UHD-Monitoren kommt dieser Bolide mit einer Darstellung im 60Hz-Modus klar. Voraussetzung ist ein Anschluss der Grafikkarte durch den Display Port 1.2. Bei Spielen zeigt er eine akzeptable Leistung, die angegebene Reaktionszeit von 1ms ist klar zu optimistisch angesetzt. Messungen ergaben (Overdrive fast) einen durchschnittlichen Wert von 7ms (gtg) – jedoch ohne Überschwinger zu produzieren. Schwachpunkt ist die mäßige Bildqualität, Farbechtheit und Kontrast könnten besser sein. Grafiker und Mediendesigner sollten hier nach einem anderen Modell Ausschau halten. Lächerliche 450€ kostet momentan der Einstieg in das UHD-Universum. In Sachen Detaildarstellung lässt er Full-HD-Konkurrenten weit hinter sich.

  • 28 Zoll mit 3840×2160 Pixel (16 : 9), 24-75Hz, TN-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 1ms (gtg, Herstellerangabe), 7ms (Durchschnitt gtg, Overdrive fast)
  • Displayport 1.2, 2 x HDMI, Audio Ausgang
  • neigbar
  • Preis 450€

U2713HM

Dell hat sich in den letzten Jahren mit der Ultrasharp-Serie einen Namen gemacht. WQHD Auflösung im 16 : 9 Format (2560×1440) in Kombination mit einem blickwinkelstabilen IPS-Display in 27 Zoll sind hier untergebracht. Satte 99 % des sRGB-Farbraumes deckt das Gerät ab. Er ist zwar in keiner Kategorie einsamer Spitzenreiter, aber überzeugt als wahres Multitalent. Egal ob Office, Grafikbearbeitung im kalibrierten Zustand oder gelegentliche Spiele – alles deckt der U2713HM recht gut ab. Leider gibt es keinen Lautsprecher oder Kopfhöreranschluss. Per HDMI und Displayport können externe Geräte problemlos angesteckt werden. Die ergonomischen Eigenschaften sind hervorragend und mit dem USB-Hub hat man seitlich und an der Rückseite schnellen Zugang zu zusätzlichen USB-3.0-Anschlüssen. Anspruchsvolle Gamer möchten vielleicht zu einem schnelleren Monitor greifen, für Gelegenheitsspieler ist der U2713HM, mit den im Monitor Test gemessenen 14,3ms (Durchschnitt), jedoch eine akzeptable Wahl.

  • 27 Zoll mit 2560 x 1440 Pixel (16 : 9), 60 Hz, AH-IPS-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 8ms (gtg, Herstellerangabe), 14,3ms (Durchschnitt gtg)
  • Displayport, HDMI, VGA, DVI-D Audio Ausgang, 4x USB 3.0
  • Pivot-Funktion, neigbar, schwenkbar, höhenverstellbar
  • Preis 450€

BenQ BL3200PT

BenQ liefert mit dem BL3200PT ein grandioses Gerät, das nahezu alle Anwendungsbereiche abdeckt. Sehr gute Ergonomie ergänzt sich mit den vielfältigen Schnittstellen. Das riesige VA-Pannel (32 Zoll) verfügt über WQHD-Auflösung mit 2560 x 1440 Pixel und erzeugt sehr stabile Blickwinkel. Farbwiedergabe und Kontrast liegen von Werk aus auf einem sehr guten Niveau und lassen sich durch Kalibrierung weiter verbessern. Der sRGB-Farbraum wird danach zu 99,8 % gedeckt und erreicht durchgehend exzellente Farbwerte. Für Spiele besitzt er noch gute Reaktionszeiten von 8,2 (gtg) ms in gemäßigter Overdrive-Einstellung. Der Input-Lag ist leider für Hardcore-Gamer zu hoch ausgefallen. Ganze 29ms sind messbar – zu viel für Fans schneller 3D-Shooter. Dafür punktet das Display mit einem sagenhaften Kontrast von über 2200 : 1 und tiefen Schwarzwerten – ein klarer Vorteil gegenüber IPS- und TN-Bildschirmen.

  • 32 Zoll mit 2560 x 1440 Pixel (16 : 9), 60 Hz, VA-Panel (matt)
  • Reaktionszeit 8ms (gtg, Herstellerangabe), 14,3ms (Durchschnitt gtg)
  • VGA, DVI, DisplayPort und HDMI, USB-3.0-Hub, Kartenleser, Lautsprecher
  • Pivot-Funktion, neigbar, schwenkbar, höhenverstellbar
  • Preis 560€

Fazit

Die absolute Luxusklasse bietet die neusten Auflösungen: UHD (3840 x 2160 Pixel) und WQHD (2560, ×, 1440). Bei Computerspielen gibt es zumindest für UHD kaum adäquate Grafikarten. Während des Betriebs musss wirklich die beste Hardware verbaut sein, um Schritt halten zu können. Eine Nvidia GTX 980 oder AMD Radeon R290X ist hier Pflicht. Auch finden sich hier die ersten Profigeräte für Bildbearbeitung wieder. Diese kosten aber nochmals deutlich mehr im Vergleich zu den vorgestellten Modellen. Trotzdem liefert beispielsweise der BL3200PT  eine Bildqualität, mit der Einsteiger-Bildschirme kaum mithalten können.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 63478117 by scyther5