Windows 10 – Bahnbrechen?


12. November 2014 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Desktop nach dem Lego-Prinzip: Microsoft patentiert modulares PC-Konzept

Microsofts Betriebssystem Windows XP gehört auch heute noch zu den beliebtesten Systemen, allerdings ist von der Verwendung im Alltag abzuraten. Microsoft liefert nämlich aufgrund des Alters keine Updates mehr. Etwas anders sieht es bei Windows 8 aus, denn dieses wird zwar noch für längere Zeit mit Updates versorgt, jedoch musste es zum Start viel Kritik einstecken. Schuld daran war die neu eingeführte Touch-Oberfläche, die eine flüssige Bedienung mit Tastatur und Maus verhinderte. Der Konzern besserte zwar mit Updates nach, die Unbeliebtheit konnte das System aber nicht ablegen. Aufgrund des schlechten Erfolgs von Windows 8 musste Microsoft recht zügig eine Lösung finden, die sich vor einiger Zeit als Windows 10 präsentierte. Die Zahl hinter dem Wort Windows ist übrigens kein Schreibfehler, denn das neueste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft übersprang die Zahl neun einfach. Der Grund dafür liegt, laut offiziellen Angaben, an den umfangreichen Neuerungen, die Windows 10 mit sich bringt. Nicht zu verschleiern ist allerdings auch die Tatsache, dass das Unternehmen schnellstmöglich weg von Windows 8 kommen will. 

Windows 10 – die Kacheln kommen erneut zum Einsatz

Die meisten Windows-Nutzer werden nicht gerade erfreut sein, dass auch in Windows 10 die Kacheln eingesetzt werden. Grund zur Panik besteht jedoch keine, denn Microsoft hat aus der Vergangenheit gelernt. So bietet die neueste Version das altbekannte Startmenü, das, einfach gesagt, mit den Kacheln kombiniert wurde. Während in der linken Spalte das Menü von Windows 7 erstrahlt, werden in der rechten Spalte die Kacheln angezeigt. Selbstverständlich nicht im Vollbildmodus. Die Kacheln selbst lassen sich freilich verschieben und in ihrer Größe verändern. Die gute Nachricht: Wird Windows 10 auf einem klassischen PC installiert, dann kommt die Touch-Oberfläche von Windows 8 gar nicht zum Einsatz. Wie gewohnt bootet das System direkt auf den Desktop.

Eine deutlich angenehmere Bedienung mit Tastatur und Maus

Da es in Windows 10 auf einem klassischen PC keine Touch-Oberfläche mehr gibt, musste sich Microsoft mit den Kacheln etwas einfallen lassen. Diese wurden ja bekanntlich im Vollbildmodus gestartet. Herausgekommen ist ganz einfach die Möglichkeit, Apps im Fenstermodus zu öffnen. Dazu zählt natürlich auch das Schließen und Minimieren der App per Button im rechten oberen Eck. Grundsätzlich lässt sich erkennen, dass Microsoft auf die Kritik reagiert und Windows 10 auch wieder mit Tastatur und Maus angenehm bedienbar macht. Außerdem erkennt das System automatisch, ob es auf einem Gerät mit Touchscreen installiert wird oder nicht.

Mehrere Desktops

Mit Windows 10 stehen erstmals mehrere virtuelle Desktops zur Verfügung. Das Feature selbst kennen Apple-Nutzer bereits, denn in Mac OS X gibt es die Neuerung schon länger. Aufrufen lässt sich das Ganze mit einem Button, der in der Startleiste platziert wurde. Andernfalls klappt es auch per Tastenkombination (Windows-Taste + Tabulator). Praktisch in Windows 10 ist auch das verbesserte Multitasking, das ab sofort vier Fenster in der gleichen Größe zulässt. Beim Vorgänger waren es nur zwei Fenster (linke und rechte Bildschirmhälfte). Der Werdegang der Charms Bar ist übrigens bislang unbekannt, denn sie ist zwar in der aktuellen Vorschauversion noch da, jedoch kann sich das bis zur finalen Version noch ändern. Gänzlich neu sind dagegen die Benachrichtigungen, die Microsoft rechts oben in einem etwas größeren Fenster einblendet. Dazu gehören unter anderem Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken. Nähere Details dazu gibt es allerdings noch nicht, sodass Windows 10 durchaus ein ganzes Notification-Center spendiert bekommen kann.

Lässt sich Windows 10 einfach upgraden?

Bei diesem Thema gibt es erfreuliche Nachrichten, denn sowohl Windows 7 als auch Windows 8 lassen sich upgraden. Microsoft hält sich zwar noch mit genaueren Angaben zurück, ein Upgrade wurde jedoch für beide Versionen bestätigt. Das i-Tüpfelchen kommt aber erst noch, denn es ist zumindest für Windows-8-Nutzer so gut wie sicher, dass das Upgrade kostenlos ist. Eine große Überraschung ist es allerdings nicht, denn so wird der Umstieg noch attraktiver.

Das Warten lohnt sich

Im Fokus des neuesten Microsoft-Betriebssystems steht ganz klar der Kompromiss zwischen Windows 7 und Windows 8, denn während viele von Windows 8 Abstand nehmen, soll der Umstieg auf Windows 10 um einiges leichter von der Hand gehen. In der Praxis gelingt das auf jeden Fall, denn als Nutzer früherer Versionen fühlt man sich deutlich schneller „daheim“. Windows 10 ist zwar noch lange nicht fertig, interessierte PC-Nutzer können jedoch eine Vorabversion herunterladen und testen. Selbstverständlich handelt es sich um eine offizielle Version, die regelmäßig mit Updates versorgt wird. Auch das Einspielen von neuen Funktionen steht auf dem Programm. Wichtig: Die Vorabversion sollte nicht auf einem produktiven Computer eingesetzt werden, denn es können in dieser Phase der Entwicklung noch Fehler beziehungsweise Probleme auftreten. Vor allem die Suche nach passenden Treibern kann ein Problem darstellen. Wenn sich an den Plänen von Microsoft nichts ändert, dann wird es Anfang 2015 eine sogenannte Consumer Preview geben. Dabei handelt es sich um eine stabilere Version, die sich ausdrücklich an den Endverbraucher richtet. Mit der finalen Version rechnet man im Herbst 2015.

Das deutlich bessere Windows 8

Das derzeitige Szenario bei Microsoft ist nicht ganz unbekannt, denn das gleiche Schicksal musste auch schon Windows Vista erleben. Auch dieses System blieb vom Erfolg verschont, sodass der Konzern innerhalb kürzester Zeit einen Nachfolger (Windows 7) auf den Markt gebracht hat. Heute zeigt sich, dass Windows 7 neben Windows XP zu den erfolgreichsten Betriebssystemen gehört. Ähnlich könnte es auch bei Windows 10 aussehen, denn es merzt die größten Schwachstellen des Vorgängers aus. Die Zeichen stehen somit ganz klar auf Erfolg.

Windows 10 ist:

  • wieder besser für PCs mit Maus und Tastatur geeignet
  • mit diversen Neuerungen ausgestattet
  • ein wichtiger Meilenstein für Microsoft
  • nach dem Misserfolg von Windows 8 ein Schritt in die richtige Richtung

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